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Russland-Kontakte : Private Spione gegen Trump

  • -Aktualisiert am

Wie weit reichen Trumps Verbindungen nach Russland? Selbst private Spione versuchten, das herauszufinden. Bild: Reuters

In Washington erregt die Aussage des Mannes Aufsehen, der das berüchtigte Steele-Dossier über Donald Trumps Russland-Kontakte in Auftrag gab. Es wird deutlich, wie der spätere Präsident gezielt ausspioniert wurde.

          Wenn der Begriff „Steele-Dossier“ fällt, denken viele zuerst an die unbewiesene Behauptung, dass Donald Trump bevor er Präsident wurde, Prostituierte in Moskauer Hotels traf. Noch brisanter erscheinen allerdings die anderen Inhalte des Dossiers, das der ehemalige britische Spion Christopher Steele im Auftrag der Firma Fusion GPS zusammenstellte. Demnach sollen die Russen Trump jahrelang umworben haben und wollten, dass er Präsident werde. Gleichzeitig soll die russische Regierung ihrerseits gezielt „Kompromat“, belastende Informationen über Trump, gesammelt haben, um ihn in der Hand zu haben. Das Dossier basiert auf Gesprächen, die Steele in Russland führte – der Wahrheitsgehalt ist unklar, da die Informationen bislang nicht unabhängig bestätigt werden können.

          Fusion GPS ist eine Detektei, die sowohl von Konservativen als auch von Demokraten angeheuert wurde, um Informationen über Trumps Geschäftsverbindungen zu sammeln. Die Aussage des Mitgründers der Firma, die die demokratische Senatorin Dianne Feinstein nun eigenmächtig veröffentlichte, stammt aus dem August 2017. Glenn Simpson erzählt darin, wie das 35-seitige Dossier zustande kam.

          Fusion GPS hatte bereits 2015 den Auftrag, Informationen über Trumps Geschäftsaktivitäten zu sammeln – damals vom Magazin „Washington Free Beacon“, das von dem konservativen Hedgefonds-Manager Paul Singer finanziert wird. In der ersten Hälfte des Jahres 2016 gab es dann neue Klienten – Simpson benennt sie nicht, doch es ist inzwischen bekannt, dass von diesem Moment an die Demokratische Partei und die Kampagne von Hillary Clinton dafür bezahlten, dass Fusion GPS Material über Trump sammelte.

          Simpson beauftragte Detektive in verschiedenen Ländern – Christopher Steele, der ehemalige britische Spion, wurde sein Mann für Russland. Im amerikanischen Polit-Business ist diese Art der Gegnerbeobachtung nicht selten, und sie ist, solange sie sich legaler Mittel bedient, nicht strafbar. Simpson legte in seiner Aussage Wert darauf, wie professionell und unabhängig sein Spionage-Business arbeite: „Wir sind Profis, und wir glauben nicht, dass es hilfreich ist, sich von außen beeinflussen zu lassen. Wenn man das Ergebnis, das man finden will, schon vorher festlegt, dann neigt man dazu, Dinge zu übersehen.“

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          Steele warnte das FBI

          Donald Trump bezeichnete das Dossier, über das er kurz vor seinem Amtsantritt informiert wurde, immer wieder als Fälschung. In seiner Aussage wehrte sich Simpson dagegen. „Es ist politische Rhetorik, es als gefälscht zu bezeichnen“, sagte er. „Das Dossier besteht aus vor Ort gesammelten Aussagen in echten Interviews, die Chris´ in seinem Netzwerk führte.“ Die Behauptungen der Informanten könnten stimmen oder nicht – das mache aber das Dossier selbst nicht zu einer Fälschung.

          Wenn Simpsons Aussage zutrifft, wandte sich Christopher Steele mehrfach an das FBI, weil er seine Informationen selbst für so gefährlich hielt. Steele glaubte, dass Trump sich durch seine Kontakte mit Russland erpressbar gemacht hatte, möglicherweise „von einer feindlichen Staatsmacht kompromittiert“ sei und dass dies eine Gefahr für das Land sei.

          Hinweise auf Geldwäsche?

          Das FBI soll Steele mitgeteilt haben, dass man eine eigene Quelle innerhalb der Trump-Organisation habe, die seine Informationen zum Teil bestätige. Fusion GPS glaubt laut Medienberichten inzwischen, dass es sich um den ehemaligen außenpolitischen Trump-Berater George Papadopoulos handelte. Papadopoulos bekannte sich im Oktober 2017 schuldig, weil er das FBI angelogen hatte. Eine nicht genannte Quelle aus dem Umfeld von Fusion GPS behauptet unterdessen, dass nicht Papadopoulos mit dem FBI sprach, sondern ein australischer Diplomat, der mit ihm einen Abend lang getrunken hatte.

          Die Demokraten betonen, dass das Dossier und Simpsons Aussage wertvolle Informationen lieferten, die eine Zusammenarbeit von Trump und seinem Team mit Russen belegen könnten. Simpson schilderte zum Beispiel Trumps enge Beziehung zu Felix Sater, seinem Geschäftspartner beim Bau des Trump SoHo Hotels. Der sei mit dem Kreml und der russischen Mafia vernetzt und habe im Januar 2016 an den Trump-Anwalt Michael Cohen geschrieben, er werde das ganze „Putin-Team“ für die Idee einer Trump-Präsidentschaft begeistern. Simpson schrieb in der Zeitung „New York Times“ zudem, dass Trump in Russland mit dubiosen Geschäftspartnern zusammengearbeitet habe. Es habe auch Hinweise auf Geldwäsche gegeben.

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