http://www.faz.net/-gpf-97po1

Donald Trump : Personal-Chaos im Weißen Haus

  • -Aktualisiert am

Donald Trump vor dem Weißen Haus Bild: AP

Fast täglich gibt es neue Meldungen über das Personal im engsten Umfeld von Donald Trump. Nachdem Kommunikationschefin Hope Hicks ging, soll nun auch der Stuhl des Nationalen Sicherheitsberaters H.R. McMaster wackeln.

          Donald Trump bricht Rekorde – zumindest, wenn es darum geht, sich von Mitarbeitern zu verabschieden. Manche werden gefeuert, andere gehen freiwillig oder tun zumindest so. In dieser Woche traf es Hope Hicks, die Kommunikationschefin des Präsidenten. Sie galt als eine der engsten Vertrauten des Präsidenten und seiner Familie. Dann kam der Skandal um Trump-Mitarbeiter Rob Porter, der erst verteidigt wurde und dann doch gehen musste, weil er seinen zwei Ex-Ehefrauen gegenüber gewalttätig gewesen sein soll. Mit Porter hatte Hope Hicks seit kurzem eine Beziehung – und sie soll an den ersten Statements des Weißen Hauses beteiligt gewesen sein, die ihn in Schutz nahmen, bevor der Wind sich drehte. Ob Hicks deswegen gehen musste, oder ob es mit ihrer ausführlichen Aussage vorm Kongress-Ausschuss zur Russland-Affäre zusammenhing – man wird es vielleicht nie wissen. Von einem tränenreichen Abschied von ihren Mitarbeitern war in dieser Woche die Rede – wer Hicks beerbt und künftig die Gesamtstrategie der Trump-Kommunikation steuert, ist noch nicht klar.

          Der Abgang von Hicks war etwa einen halben Tag lang oben in den Schlagzeilen, wurde dann aber von der wachsenden Unruhe um Jared Kushner verdrängt. Am Freitag gab es Meldungen, dass Donald Trump selbst plane, Schwiegersohn Kushner und Tochter Ivanka Trump von ihren Aufgaben zu entbinden – das solle offiziell natürlich Stabschef John Kelly erledigen, so die „New York Times“. Dass es soweit kommt, wird jeden Tag wahrscheinlicher – schließlich soll Kushners Familie nun auch finanziell von Kushners Position in Washington profitiert haben. Und der Trump-Schwiegersohn soll laut neuesten Berichten die Blockade Qatars unterstützt haben, weil das Land nicht in seine Projekte investieren wollte.

          Entlässt Trump nun auch noch den Nationalen Sicherheitsberater?

          Zeitgleich machte in Washington auch noch die Nachricht die Runde, dass es für einen der wichtigsten Leute um Trump bald vorbei sein könnte. Der Nationale Sicherheitsberater H.R. McMaster soll kurz davor sein, das oftmals chaotische Weiße Haus zu verlassen, berichtete der Fernsehsender NBC. Michael Anton, Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, dementierte die Geschichte am Donnerstag zwar als „fake news“. Der Präsident habe sich gerade erst mit McMaster getroffen, der einen ausgezeichneten Job mache. Aber die Gerüchte verstummen seitdem nicht. Schließlich lobte Trump so ziemlich jeden als großartige Kraft im Team, von dem er sich kurze Zeit später trennte.

          Tatsächlich galt Herbert Raymond McMaster, der nur „H.R.“ genannt wird, zuerst als ein Garant für Stabilität und Berechenbarkeit in der Trump-Regierung. Als er vor einem Jahr Nachfolger des entlassenen Michael Flynn wurde, waren ihm viele Sicherheitsexperten gewogen. McMaster ist General – ebenso wie von Stabschef John Kelly und Verteidigungsminister James Mattis erhofften sich viele von ihm aufgrund seiner Soldatenlaufbahn Disziplin. Allerdings gab es auch grundsätzliche Kritik daran, politische Positionen an Militärs zu übergeben – das stärke den ohnehin schon beträchtlichen Einfluss der Armee in Washington. Viele fürchteten außerdem, dass sicherheitspolitische Entscheidungen zu sehr aus dem Blickwinkel der Militärs fallen würden. Für McMaster sprach, dass Donald Trump ihm vertraute und zunächst Respekt vor ihm hatte – mehrfach hatte er sich bewundernd über hoch dekorierte Soldaten geäußert. McMaster, Mattis und Kelly schienen mit die einzigen zu sein, von denen sich Trump wirklich etwas sagen ließ. Trump erwog zum Beispiel, die Foltermethode des „Waterboardings“ wieder einzuführen – und ließ es dann bleiben. Er vertraue in der Frage seinen militärisch erfahrenen Mitarbeitern, sagte der Präsident.

          Nun sollen es laut anonymen Quellen aus dem Weißen Haus ausgerechnet Kelly und Mattis sein, die McMasters Ablösung betreiben. Mehrere Medien berichteten, dass auch schon ein Wunsch-Nachfolger gefunden sei: der Ford-Vizepräsident für internationale Regierungsbeziehungen Stephen Biegun, der unter George W. Bush die Geschäfte des Nationalen Sicherheitsrates geführt hatte.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.