http://www.faz.net/-gpf-8nqo2

Trumps Kabinett : Wilbur Ross soll Wirtschaftsminister werden

Donald Trump will den Milliardär Wilbur Ross zum Wirtschaftsminister machen. Bild: AP

Donald Trump will den Milliardär Wilbur Ross zum amerikanischen Wirtschaftsminister machen. Der „König der Pleiten“ kennt den nächsten Präsidenten seit Jahren und war im Wahlkampf in dessen Beraterteam.

          Wilbur Ross soll neuer Wirtschaftsminister der Vereinigten Staaten werden. Wie amerikanische Zeitungen berichten, will der gewählte nächste Präsident Donald Trump den Milliardär für den Posten in sein Kabinett holen. Ross ist seit langem mit Trump bekannt, unterstütze den Milliardär aus New York im Wahlkampf und war Teil seines Beraterteams in Wirtschaftsfragen.

          Oliver Kühn

          Redakteur in der Politik.

          Der 78 Jahre alte Ross ist in Amerika bekannt als „König der Pleiten“ weil er sein Vermögen damit gemacht hat, dass er Unternehmen, die vor dem Ruin standen aufgekauft, restrukturiert und mit Gewinn wieder verkauft hat. Gerade im sogenannten „Rust Belt“, von der Industrie geprägte Bundesstaaten die Trump bei der Wahl gewonnen hat, hat er sich damit viele Freunde gemacht, da er mit seinem Vorgehen amerikanische Arbeitsplätze gerettet habe. Andere sehen in ihm jedoch einen „Geierinvestor“, da zum Beispiel nach dem Erwerb und Wiederverkauf von Stahlwerken, der Lohn der Arbeiter gefallen sei.

          Ross hatte Trump in den neunziger Jahren kennen gelernt, als er eine Gruppe von Investoren vertrat, die in Trumps Casino „Taj Mahal“ investiert hatten und  mit Trump über die Pleite des Casinos stritten. Ross hatte in der Zeit einige heftige Auseinandersetzungen mit Trump, erwarb jedoch viel Respekt für den Immobilienmogul, zitiert das „Wall Street Journal“ Ross.

          Der zukünftige Wirtschaftsminister liegt in Wirtschaftsfragen ganz auf der Linie Trumps, schreibt die „New York Times“. Auch er wolle Freihandelsverträge neu verhandeln und Steuervergünstigungen für Unternehmen als Anreiz für Investitionen. Ebenso teile er Trumps Skepsis China gegenüber und sei dafür, chinesische Waren mit Einfuhrsteuern zu belegen.

          Mit der Ernennung von Ross würde Trump wieder jemanden für seine loyalen Dienste belohnen. So hat er bislang fast nur Unterstützer für Kabinettsposten benannt. Der Senat des amerikanischen Kongresses muss Ross Ernennung noch zustimmen, was schwierig werden könnte, schreibt der Politik-Dienst „Politico“, da Ross, ähnlich wie Trump, über vielfältige Geschäftsbeziehungen in die ganze Welt verfügt, die Interessenkonflikte zumindest möglich erscheinen lassen. Das „Wall Street Journal“ berichtet jedoch, er habe schon gesagt, dass er sich aus dem Geschäftsleben zurückziehen werde, sollte er ein öffentliches Amt annehmen. Über politische Erfahrung verfügt Ross nicht, wäre jedoch der nächste Milliardär an der Spitze des Wirtschaftsministeriums. Die Amtsinhaberin Penny Pritzker ist Mitglied einer der reichsten Familien des Landes, der die Hyatt-Hotelkette gehört.

          Mit der Auswahl von Ross hat Trump nun drei von 15 Kandidaten für Kabinettsposten benannt. Außerdem die wichtigen Positionen des Chefberaters, des Stabschefs, des Sicherheitsberaters und des neuen CIA-Direktors. Für andere wichtige Ministerien, wie zum Beispiel Homeland Security und Verteidigung gibt es noch keine offiziellen Kandidaten. Bei der Besetzung des Außenministers scheint es derweil heftige Verwerfungen in Trumps Team zu geben. Befürworter der beiden Spitzenanwärter Mitt Romney und Rudy Giuliani liefern sich Berichten zufolge Auseinandersetzungen, wer der beiden der bessere Außenminister sei und die politischen Vorstellungen Trumps besser vertreten könne.

          Quelle: FAZ.NET

          Weitere Themen

          Die SPD und der Tag der Entscheidung

          Der Tag : Die SPD und der Tag der Entscheidung

          Der EU-Gipfel berät über die Brexit-Verhandlungen und eine Stärkung der Eurozone. Die SPD entscheidet über eine Regierungs-Sondierung mit der Union. In Nürnberg findet der CSU-Parteitag statt. Der Aufsichtsrat entscheidet über einen Eröffnungstermin für den BER.

          Bye Bye freies Internet Video-Seite öffnen

          Netzneutralität in Amerika : Bye Bye freies Internet

          Die Entscheidung ist ein Rückschlag für Google & Co und könnte das Internet nachhaltig verändern. Donald Trump und seine Regierung schaffen damit die der Obama-Regierung eingeführte Gleichbehandlung aller Daten im Netz ab.

          Das bringt der Freitag

          Die Agenda : Das bringt der Freitag

          Der EU-Gipfel berät über die Brexit-Verhandlungen und eine Stärkung der Eurozone. Die SPD entscheidet über eine Regierungs-Sondierung mit der Union. In Nürnberg findet der CSU-Parteitag statt. Der Aufsichtsrat entscheidet über einen Eröffnungstermin für den BER.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Zweite Chance für die GroKo : Zwischen gestern und morgen

          Diese Woche traf sich der CDU-Bundesvorstand zur Besprechung der Wahlanalysen und zur Klärung der Frage, wie man der SPD begegnen solle. Es wurde deutlich: Für eine große Koalition gibt es noch allerhand Unwägbarkeiten.
          Das amerikanische Verteidigungsministerium Pentagon (Archivaufnahme von 2008)

          Verteidigungsministerium : Das Pentagon forschte jahrelang nach UFOs

          Über Jahre wurden Millionen-Aufwendungen für das „Programm zur Identifizierung von Bedrohungen im Luft-und Weltraum“ im Verteidigungshaushalt versteckt. Doch auch nach Ablauf des Programms verfolgten Mitarbeiter Berichte über UFOs.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.