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Aktualisiert: 10.08.2016, 07:59 Uhr

Rede in Wilmington Ruft Trump zu Waffengewalt gegen Clinton auf?

Auf einer Wahlkampfveranstaltung macht Donald Trump eine zweideutige Bemerkung über Hillary Clinton und das Waffenrecht. Während seine Gegner dies als Aufruf zur Gewalt bezeichnen, versucht der republikanische Präsidentschaftskandidat die Schuld den Medien zuzuschieben.

© AFP, afp Trump empört mit doppeldeutiger Aussage zu Hillary Clinton

Ruft Donald Trump seine Anhänger dazu auf, auf Hillary Clinton zu schießen? Klar ist das nicht, zumindest aber hat der Präsidentschaftskandidat der Republikaner in einer Rede in Wilmington im Bundesstaat North Carolina, eine Bemerkung gemacht, die sich als Aufruf zur Gewalt deuten lässt.

Wörtlich sagte er: „Hillary wants to abolish, essentially abolish the second amendment. By the way and if she gets to pick ... if she gets to pick her judges, nothing you can do, folks. Although, the second amendment people, maybe there is. I don't know.“

Auf Deutsch lässt sich das etwa so übersetzen: „Hillary will den Zweiten Verfassungszusatz grundlegend abschaffen. Ganz nebenbei, wenn sie zum Aussuchen kommt...wenn sie dazu kommt, sich ihre Richter auszusuchen, könnt ihr da nichts machen, Leute. Obwohl, die Unterstützer des Zweiten Verfassungszusatzes, vielleicht doch. Ich weiß es nicht.“

Der Zweite Verfassungszusatz gewährt jedem Amerikaner das Recht, eine Waffe zu tragen. Wenn Hillary Clinton als Präsidentin über Richterposten entscheide, könnte dieses Recht nach der Lesart von Trump abgeschafft werden. So viel ist klar. Der nächste Satz aber hängt so in der Luft, dass er sich einer eindeutigen Interpretation entzieht. Von einigen amerikanischen Medien und Nutzern der sozialen Netzwerke werden die Äußerungen dahingehend gedeutet, dass Trump für den Einsatz von Waffengewalt gegen Clinton plädiert hat.

Trump-Team sieht keinen Aufruf zur Gewalt

Das Wahlkampfteam des Republikaners versuchte, diesen Verdacht zu zerstreuen. Trump habe lediglich gemeint, dass die Waffenfreunde in hoher Zahl in November zur Wahl gehen und geschlossen gegen Clinton und für Trump stimmen würden. Die Verteidiger des Rechts auf Waffenbesitz stellten eine „enorm geschlossene Gruppe“ mit einer „großen politischen Macht“ dar, erklärte Trumps Kommunikationsberater Jason Miller. Eine Verteidigungsstrategie, der sich auch Trump auf dem Kurznachrichtendienst Twitter anschloss und versuchte, aus der Geschichte eine Medienschelte zu machen.

© Twitter

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Clintons Wahlkampfmanager Robby Mook warf Trump indessen vor, eine gefährliche Sprache zu verwenden. Ein Kandidat für das Präsidentenamt sollte „in keiner Weise Gewalt vorschlagen“. Der Abgeordnete David Cicilline, der für die Demokraten im Repräsentantenhaus sitzt, bezeichnete die Äußerung als abscheulich. Trump rufe entweder zur bewaffneten Revolte oder zum Mord an seiner Rivalin auf.

Die Senatorin Elizabeth Warren von den Demokraten sprach von „Todesdrohungen“ Trumps gegen Clinton. Der ehemalige CIA-Direktor Michael Hayden sagte „CNN“, man sei nicht nur für das verantwortlich, was man sage. „Du bist auch für das verantwortlich, was die Leute hören.“ Gabrielle Giffords, ehemalige demokratische Abgeordnete in Washington, der bei einem Attentat in den Kopf geschossen worden war, wies darauf hin, dass es einen Unterschied zwischen einer politischen Rede und dem Aufruf zu Gewalt geben müsse. Der ehemalige Gouverneur und einer von Clintons Rivalen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten, Martin O'Malley, nannte die Äußerungen von Trump „abstoßend, un-amerikanisch“, während Barack Obamas früherer Redenschreiber Jon Favreau die Rede in eine Tradition mit anderen „Verrücktheiten“ in Trumps Reden stellte.

© Twitter
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Vorwurf gegen Clinton ist alt

Der ehemalige New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani sprang Trump bei: Dieser habe lediglich darauf hingewiesen, dass die Bürger die Macht hätten, gegen Clinton zu stimmen.

Der Republikaner beschimpft seine Opponentin regelmäßig als „betrügerische Hillary“ und hat sie kürzlich auch als „den Teufel“ bezeichnet. Für seine Kandidatur hat er die offizielle Unterstützung der mächtigen Waffenlobby NRA bekommen.

Den Vorwurf, sie wolle das Verfassungsrecht auf privaten Waffenbesitz abschaffen, hat Clinton jedoch wiederholt zurückgewiesen. Sie hat angekündigt, sie wolle lediglich Waffenverkäufe strikter regulieren, so dass keine Waffen in die Hände von Kriminellen, Terrorverdächtigen oder mental labilen Menschen gelangen könnten.

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