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Comey-Buch : Eine Abrechnung mit dem Egomanen

Handschlag unter späteren Widersachern: Donald Trump und James Comey im Januar 2017 im Weißen Haus Bild: EPA

Das Buch des früheren FBI-Chefs James Comey ist eine harsche Auseinandersetzung mit Donald Trump. Der amerikanische Präsident sei ein von seinem Ego gesteuerter Lügner.

          Der frühere FBI-Chef James Comey wird in den nächsten Tagen massiv ins Rampenlicht der amerikanischen Politik zurückkehren. Nachdem es ein paar Monate eher still um ihn geworden war, wird er rund um die Veröffentlichung seines Buches „A Higher Loyalty: Truth, Lies and Leadership“ am Dienstag bei vielen amerikanischen Fernsehsendern und in Gesprächsrunden seine Sicht der Ereignisse darlegen dürfen, die zu seiner Entlassung am 9. Mai des vergangenen Jahres durch den amerikanischen Präsidenten Donald Trump geführt haben. Amerikanischen Medien ist es gelungen, sich das Buch, das vom Verlag streng geschützt wurde, vorab zu beschaffen und in ersten Auszügen darüber zu berichten. Eine Taktik, die schon Michael Wolffs „Fire And Fury“ im Januar zu großen Verkaufszahlen verhalf.

          Oliver Kühn

          Redakteur in der Politik.

          Demnach sei Comeys Buch eine Art Biographie seiner Tätigkeit unter George W. Bush und Barack Obama. Außerdem versuche der frühere FBI-Direktor, seine Rolle bei der Untersuchung der E-Mail-Affäre der damaligen demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zu erläutern. Im Zentrum des Buchs steht aber Donald Trump, den Comey den Angaben zufolge in die Nähe eines Mafia-Bosses rückt.

          Das ganze Verhalten Trumps und dessen Stabs habe Comey schon skeptisch werden lassen, als dieser noch nicht vereidigt war, heißt es demnach in dem Buch. Der gewählte Präsident und seine Vertrauten hätten sich nicht dafür interessiert, was die Russen getan hätten, sondern nur, wie sie das zu ihrem eigenen Vorteil verkaufen könnten.

          Diese Einsichten zu Trumps Verhalten in der Russland-Angelegenheit werden besondere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. In dieser Hinsicht schreibt Comey den Berichten zufolge allerdings nichts Neues. Sein Gespräch mit Trump, in dem der ihn bat, die Untersuchung gegen Sicherheitsberater Michael Flynn fallen zu lassen, ist schon aus Comeys Aussage im Kongress bekannt. Seine Einschätzung aber, das Verhalten Trumps sei zwar „störend“ gewesen und habe einfach Normen ethischer Führung verletzt, sei aber „wahrscheinlich nicht illegal“ gewesen, wird der Sonderermittler Robert Mueller sicherlich mit Interesse zur Kenntnis nehmen.

          Schon bei seinem ersten Treffen mit Trump habe er dagesessen und gedacht: „Heiliger Mist, die versuchen uns alle zu ,amica nostra‘ zu machen – zu unseren Freunden“, schreibt Comey. Dieser Eindruck habe sich später noch verstärkt, berichtet zum Beispiel die „New York Times“ aus dem Buch. Die Verhältnisse unter Trump hätten Comey an die Zeit erinnert, als er gegen die Mafia ermittelt habe. „Der stille Kreis der Zustimmung. Der Boss hat die komplette Kontrolle. Die Loyalitätsschwüre. Die wir-gegen-sie-Weltsicht. Die Lügen über alles, wichtig oder nicht, um einem Loyalitäts-Code zu entsprechen, der die Organisation über Moral und die Wahrheit stellt“, zitiert die Zeitung. Trump sei ein gewohnheitsmäßiger Lügner und unethischer Anführer, der keine menschlichen Emotionen habe und von seinem Ego getrieben werde, zitiert die „Washington Post“ aus dem Buch. Trump habe versucht, einen „Kokon alternativer Realität“ um seine Umgebung zu spinnen.

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