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Vereinigte Staaten : Trump vermasselt Mitt Romney die Tour

  • -Aktualisiert am

Donald Trump trifft Sentator Orrin Hatch Bild: AP

Donald Trump will verhindern, dass sein Kritiker Mitt Romney in den Senat einzieht. Er ermutigt den bisherigen Amtsinhaber Orrin Hatch, wieder anzutreten – und erfüllt dem Senator einen Wunsch, der Umweltschützer entsetzt.

          „Präsident Trump ist vieles, er ist der Oberste Befehlshaber, der Meisterverhandler, und der unglaublich erfolgreiche Milliardär – und er hält, was er versprochen hat.“ So kündigte Orrin Hatch Donald Trump am Montag im Kapitol von Salt Lake City an. In Hatch hat Trump einen enthusiastischen Unterstützer, den er nicht verlieren will. Der 83 Jahre alte Hatch ist der dienstälteste republikanische Senator in Amerika – und bislang sah es so aus, als würde kommendes Jahr er in den wohl verdienten Ruhestand gehen.

          Doch Donald Trump will ihn davon abhalten. So könnte er einem seiner stärksten innerparteilichen Kritiker einen Strich durch die Rechnung machen. Seit Monaten gibt es Gerüchte darüber, dass Mitt Romney eine Kandidatur vorbereite. Hatch soll ihn eigentlich sogar dazu ermuntert haben, sein Nachfolger zu werden. Doch am Montag nutzte Trump den Besuch in Utah, um Werbung für den rüstigen Hatch zu machen. Gemeinsam mit dem Senator war er in der Air Force One nach Salt Lake City geflogen. Eigentlicher Anlass des Besuchs: Trump verkleinert zwei als nationale Monumente geschützte Gebiete – ein Vorhaben, für das Hatch gekämpft hatte, weil er darin Vorteile für die Wirtschaft in seinem Staat sieht.

          Im Kapitol sagte Trump über den Senator: „Er ist ein Kämpfer. Wir hoffen, dass Sie weiter Ihrem Bundesstaat und dem Land und dem Senat dienen werden, und zwar noch für eine lange Zeit.“ Gegenüber Journalisten bejahte der Präsident die Frage, ob er Hatch zu einer achten Kandidatur für den Senat bewegen wolle. Trump besuchte vor dem Termin im Kapitol eine Essensausgabe für Arme, die von den Mormonen betrieben wird. Dort sprachen ihn Reporter auch direkt auf Mitt Romney an. Trump ließ sich nicht darauf ein – wie so oft beließ er es bei einem kameradschaftlich klingenden Lob, das schon gelegentlich das Gegenteil bedeutet hat: „Er ist ein guter Mann, Mitt ist ein guter Mann.“

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          Mitt Romney war von 2003 bis 2007 Gouverneur von Massachusetts und kandidierte 2012 vergeblich gegen Präsident Barack Obama. Inzwischen ist er in den Mormonenstaat Utah gezogen. Er sagte mehrfach, dass er keine Fundamentalopposition gegen Trump machen würde, wenn er im Senat säße. Allerdings hat ihm der Präsident nicht vergessen, dass er im Wahlkampf 2016 eine der lautesten Stimmen des „Never Trump“-Flügels in der Partei war. Romney sagte damals in einer Rede, der Immobilienmilliardär sei ein Betrüger und müsse gestoppt werden. Trump lud ihn dennoch nach seinem Wahlsieg zum Abendessen ein und kurzzeitig sah es so aus, als könne Romney Außenminister werden.

          Nach der Wahl lobte er den Präsidenten für einige Personalentscheidungen, kritisierte jedoch auch dessen isolationistische Politik – Amerika habe international eine humanitäre Verantwortung zu übernehmen, so Romney. Sein deutlichster Widerspruch kam nach Trumps Rede zur Neonazi-Gewalt in Charlottesville, als der Präsident in den Augen vieler Kritiker Rechtsradikale und Gegendemonstranten gleichsetzte. Romney forderte ihn damals bei Twitter auf, sich zu entschuldigen. „Mr. President, handeln Sie jetzt, zum Wohle des Landes.“ Romney gehört auch zu den zahlreichen innerparteilichen Gegnern von Senatskandidat Roy Moore in Alabama.

          Trump stellte sich am Montag voll hinter den ehemaligen Richter und seinen Wahlkampf. Moore, wird vorgeworfen, in den siebziger Jahren mehrere Teenager sexuell belästigt zu haben. Romney twitterte: „Roy Moore im US-Senat wäre ein Schandfleck für die Partei und die Nation. Leigh Corfman und andere Opfer sind mutige Heldinnen. Keine Wahl, keine Mehrheit ist es wert, unsere Ehre zu verlieren, unsere Integrität.“

          Donald Trump weiß, dass viele in der Partei es gern sehen würden, wenn Romney wieder eine stärkere Rolle spielte – für manche wäre er sogar ein geeigneter Herausforderer für den Präsidenten. Sie wären bereit, die Faktoren, die ihn 2012 zu einem schwachen Kandidaten machten, zu vergessen. Dass der Millionär Romney von vielen als Kandidat der Reichen wahrgenommen wurde und für jüngere Menschen gesellschaftspolitisch zu konservativ war, dürfte angesichts der Alternativen die wenigsten stören. Manch einer hofft, Romney könnte ein ähnlich gewichtiger Kritiker von Donald Trump im Senat werden wie es bislang etwa John McCain ist.

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