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Trump in Asien : Good Morning, Korea

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Südkorea liebt Trump – zumindest diese Begeisterten, die sich in Seoul am Freitag auf den Besuch des amerikanischen Präsidenten freuen Bild: AP

Fünf Staaten in zehn Tagen: Bei der ersten Asien-Reise von Donald Trump dreht sich fast alles um den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un. Doch auch die Asiaten wissen nicht recht, wie man mit einem so unvorhersehbaren Präsidenten umgehen soll.

          Donald Trump bricht am Samstag von Pearl Harbor auf Hawaii aus nach Asien auf – er hat eine anstrengende Reise vor sich. Der 71-jährige wird fünf Länder in 10 Tagen besuchen. Seine Mitarbeiter hatten den Trip eigentlich in zwei Teilen geplant – aber der Präsident will den Besuchsmarathon am Stück durchziehen. Zunächst kommt Trump nach Japan, anschließend reist er weiter nach Südkorea, China, nach Vietnam und auf die Philippinen. Außenminister Rex Tillerson wird außerdem Myanmar besuchen.

          Im Mittelpunkt von Trumps Besuchen in Tokio, Peking und Seoul wird die Bedrohung durch das Regime in Nordkorea stehen. Der Nationale Sicherheitsberater H. R. McMaster signalisierte, dass die Vereinigten Staaten erwägen, das Land auf die Liste der Terrorismus-Förderer zu setzen. McMaster sagte: „Der Präsident weiß, dass uns die Zeit davonläuft, und er wird alle Staaten auffordern, mehr zu tun.“ Trump will vor allem in China darauf drängen, dass Präsident Xi Jinping seinen Einfluss auf Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un stärker nutzt, um ihn von seinen Provokationen und Raketentests abzubringen. Trump wird wohl fordern, dass China ganz aufhört, nordkoreanische Kohle zu kaufen, und dass es Bankkonten von Nordkoreanern schließt. Auch die Arbeiter aus dem abgeschotteten Land, die in China sind, sollen nach dem Willen Amerikas nach Hause geschickt werden.

          Kurz vor Trumps Ankunft in Asien gab es ein Luftmanöver amerikanischer atomwaffenfähiger Bomber über Südkorea. Nordkorea behauptete umgehend, es habe sich um ein „nukleares Manöver“ gehandelt – und das sei ein klares Zeichen, dass die „gangster-mäßigen US-Imperialisten“ einen Atomkrieg anzetteln wollten, so die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Nachdem Trump Nordkorea für den Fall weiterer Provokationen mit der „totalen Zerstörung“ gedroht hatte, signalisieren die Amerikaner zur Zeit jedoch, dass sie auf eine nicht-militärische Lösung setzen. Die Mischung aus Druck und Diplomatie scheint alternativlos. „Ich denke, wir brauchen jetzt mindestens ein paar Monate Geduld, um zu sehen, was wir und andere, China eingeschlossen, noch machen können“, sagte McMaster laut Agenturberichten. „Ich denke nicht, dass wir unsere Strategie jetzt überdenken müssen. Ich meine, dass wir der Angelegenheit ein paar Monate Zeit geben müssen und dann schauen sollten, was für Veränderungen wir vornehmen sollten.“

          Annäherung zwischen China und Südkorea

          Mit Südkorea gab es in letzter Zeit einige Spannungen – so drohte Trump an, dem Land die Kosten für das dort stationierte Raketenabwehrsystem allein aufzubürden. Südkorea und China haben unterdessen gerade erst ihren Streit über die Stationierung des Raketensystems beigelegt. Jahrelang hatte China dagegen protestiert, dass das amerikanische Thaad-Verteidigungssystem in Südkorea stationiert wird. Chinesische Konsumenten hatten deswegen im Frühjahr südkoreanische Produkte boykottiert. Nun wird es auch dank des neuen liberalen Präsidenten in Südkorea, Moon Jae-in, wieder stärkere Handelsbeziehungen zwischen beiden Ländern geben. Südkorea ist ebenso wie China für eine diplomatische Lösung im Konflikt mit Nordkorea.

          Die Annäherung anderer asiatischer Staaten an China ist durchaus eine Folge der amerikanischen Unvorhersehbarkeit. Trump ist zu Hause durch schlechte Umfragewerte, die Russland-Ermittlungen und die nur zäh vorangehende Steuerreform geschwächt. Seit er an der Macht ist, bewegt sich nicht nur in Europa, sondern auch in Asien die Diskussion hin zu größerer Unabhängigkeit von amerikanischen Interessen. „Wenn die Region auf Donald Trump schaut, sieht sie Unsicherheit, Unvorhersehbarkeit, den Rückzug aus entscheidenden Vereinbarungen wie dem transpazifischen Handelsabkommen TPP“, sagte Evan Medeiro, Asien-Berater der Obama-Regierung, gegenüber der „New York Times“. Sich mit den Amerikanern zu überwerfen, könne sich allerdings auch niemand in Asien leisten.

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