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Fehlende Begeisterung bei Rede : Trump bezeichnet Demokraten als Verräter

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Ungerührt: Demokraten bei Trumps Rede zur Lage der Nation Bild: AFP

Während der Rede zur Lage der Nation verwehrten viele demokratische Abgeordnete dem Präsidenten ihren Applaus. Deshalb scheinen „sie unser Land nicht zu lieben“, sagt Donald Trump jetzt.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hat die oppositionellen Demokraten in die Nähe des Landesverrats gerückt, weil ihre Abgeordneten bei seiner Rede vor dem Kongress nur spärlich Beifall spendeten. „Sie saßen da wie tot – und unamerikanisch, unamerikanisch“, echauffierte sich Trump am Montag (Ortszeit) in einer Rede in Cincinnati. „Kann man das als Verrat bezeichnen? Warum nicht? Ich meine, ganz offensichtlich scheinen sie unser Land nicht sehr zu lieben.“

          Mit ihrer Zurückhaltung trafen die Demokraten offenbar einen wunden Punkt des Präsidenten: „Das hat den Punkt erreicht, wo ich gar nicht mehr hinschauen wollte“, sagte er. „Sie wollen lieber, dass es Trump schlecht geht, als dass es dem Land gut geht.“ Der Präsident tadelte die Demokraten deshalb als „sehr selbstsüchtig“.

          In der vergangenen Woche hatte Trump erstmals die Rede zur Lage der Nation gehalten, die US-Präsidenten dort einer langen Tradition folgend alljährlich abliefern. Die Resonanz beschäftigte ihn sehr: Zunächst behauptete er, die höchste jemals gemessene Zuschauerzahl bei seiner Rede erreicht zu haben. Das für die Quotenmessung zuständige Unternehmen Nielsen korrigierte ihn und teilte mit, dass drei seiner Vorgänger noch mehr Zuschauer hatten.

          Keine Unterstützung bekommt Trump auch von Footballspielern der beim Super Bowl Philadelphia Eagles. Sie wollen nicht zu dem traditionellen Treffen mit dem Präsidenten ins Weiße Haus kommen. „Nein, ich persönlich rechne nicht damit teilzunehmen“, sagte Eagles-Safety Malcolm Jenkins dem Fernsehsender CNN. Wide Receiver Torrey Smith und Verteidiger Chris Long hatten sich zuvor ähnlich geäußert.

          Danach gefragt, welche Botschaft er Trump damit schicken wolle, sagte Jenkins: „Ich habe keine Botschaft an den Präsidenten“, verwies dann aber auf seine Arbeit für die Verbesserung der Lebensumstände von schwarzen Amerikanern und sozial Schwachen. „Meine Botschaft war das ganze Jahr über klar.“ Während der abgelaufenen Saison hatte sich unter den größtenteils schwarzen Football-Profis eine Protestbewegung gegen Ungleichheit, Rassismus und Polizeigewalt gegen Afroamerikaner gebildet. Die Spieler protestierten, indem sie während der Nationalhymne, die vor jedem Spiel gespielt wird, niederknieten. Trump hatte die Spieler heftig für dieses Verhalten kritisiert und ihnen mangelnden Patriotismus vorgeworfen.

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