http://www.faz.net/-gpf-95x63

Nach heftiger Kritik : Trump bestreitet „Drecksloch“-Bemerkung

  • Aktualisiert am

Der amerikanische Präsident Donald Trump am Donnerstag bei einer Besprechung Bild: EPA

Bei einer Besprechung soll Donald Trump afrikanische Länder und Haiti als „Dreckslöcher“ bezeichnet haben. Das Weiße Haus dementierte die Äußerungen zunächst nicht. Nach heftiger Kritik reagiert nun der Präsident.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hat Berichte zurückgewiesen, wonach er bestimmte Herkunftsländer von Migranten als „Drecksloch-Länder“ bezeichnet haben soll. „Die Sprache, die ich bei dem Daca-Treffen benutzt habe, war hart, aber das war nicht die Sprache, die benutzt wurde“, schrieb Trump am Freitag auf Twitter.

          Bei dem Treffen ging es um einen Kompromiss in der Einwanderungspolitik, der auch eine Lösung für das sogenannte Daca-Programm vorsieht. Dieses bietet bislang Hunderttausenden jungen Migranten Schutz.

          Laut „Washington Post“ und anderen amerikanischen Medien soll Trump bei dem Treffen mit Senatoren am Donnerstag gefragt haben, warum die Vereinigten Staaten so viele Menschen aus „Drecksloch-Ländern“ aufnehmen müssten. Er zeigte sich damit den Berichten zufolge frustriert über Vorschläge von Senatoren, Migranten aus Haiti, El Salvador und afrikanischen Ländern im Rahmen eines Einwanderungsdeals einen Schutzstatus zu geben.

          Die Vereinten Nationen reagierten empört auf die Berichte. Die Äußerungen ließen sich nicht anders als „rassistisch“ bezeichnen, sagte der Sprecher des UN-Menschenrechtsbüros, Rupert Colville, am Freitag in Genf vor Journalisten. „Man kann nicht ganze Länder und Kontinente als ‚Dreckslöcher‘ abtun, deren Einwohner, die alle nicht weiß sind, deshalb nicht willkommen sind.“

          Haiti, eines der von Trump ausdrücklich genannten Länder, bestellte unterdessen den obersten amerikanischen Diplomaten ein, um die Äußerungen des amerikanischen Präsidenten zu diskutieren. Robin Diallo, die derzeit amtierende Botschafterin der Vereinigten Staaten in Haiti, werde sich am Freitag mit dem haitianischen Präsidenten Jovenel Moïse treffen, sagte ein leitender Abteilungsbeamter gegenüber CNN.

          Berichtigung Robin Diallo

          In einer früheren Version dieses Artikels wurde Robin Diallo, die Botschafterin der Vereinigten Staaten in Haiti, fälschlicherweise als „Botschafter“ bezeichnet.

          Weitere Themen

          Die Queen empfängt Trump

          Treffen im Juli angekündigt : Die Queen empfängt Trump

          Mitte Juli wird Amerikas Präsident erstmals während seiner Amtszeit nach Großbritannien reisen – und neben der Premierministerin auch Königin Elisabeth II. treffen. Auf eines wird Donald Trump bei dem Besuch aber verzichten müssen.

          Familien mit Kindern inhaftieren Video-Seite öffnen

          Trump lenkt ein : Familien mit Kindern inhaftieren

          Das radikale Vorgehen der amerikanischen Behörden bei illegalen Einwanderern sorgt selbst in der republikanischen Partei für zunehmende Kritik. Nach einem innerparteilichen Treffen unterstützt US-Präsident Donald Trump nunmehr zwei Gesetzesentwürfe seiner Partei.

          Topmeldungen

          Merkel in Beirut : An der Flüchtlingsfront

          Bei ihrer Reise durch den Libanon erlebt die Kanzlerin eine Gesellschaft, die durch die vielen Vertriebenen im Land verunsichert ist – kommt ihr das bekannt vor?

          Streit bei den Republikanern : Die Kopfschmerzen werden stärker

          Der Graben zwischen konservativen und moderaten Republikanern in der Migrationsfrage wird immer tiefer. Im Repräsentantenhaus blockieren sich die Parteiflügel. Und für Trump ist alles sinnlos.

          Wechsel bei NRW-SPD : Auf nach vorne, aber alles wie gehabt

          Eine schonungslose Generalinventur hatte Michael Groschek nach der Niederlage bei der Landtagswahl in NRW versprochen. Doch nach einem Jahr tritt er wieder ab, und vieles ist beim Alten in der SPD.

          2:1 gegen Serbien : Schweiz siegt nach Herzschlagfinale

          Nach einem zwischenzeitlichen 0:1-Rückstand gelingt der Schweiz gegen Serbien ein fulminantes Comeback. Matchwinner ist neben Siegtorschütze Shaqiri ein anderer ehemaliger Bundesligaprofi.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.