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Veröffentlicht: 16.01.2017, 08:57 Uhr

Das Trump-Interview in Zitaten „Ich bin kein Politiker“

Im Interview mit zwei europäischen Zeitungen hat Donald Trump wenige Tage vor seiner Amtseinführung über Merkels Fehler, die „obsolete“ Nato und den „großartigen“ Brexit gesprochen und dabei nicht mit heftiger Kritik gegeizt. Ein Überblick in Zitaten.

© AP „Ich muss tun, was ich tun muss“, sagte Donald Trump im Interview mit der britischen „Times“ und der deutschen „Bild“-Zeitung über sein Vorgehen beim Atomdeal mit Iran.

In einem gemeinsamen Interview der britischen „Times“ und der deutschen „Bild“-Zeitung hat Trump wieder einmal unter Beweis gestellt, dass er zugespitzte Thesen nicht scheut. Ein Überblick über seine provokantesten Aussagen.

Trump über Angela Merkel, die Flüchtlingskrise und Deutschland:

„Wie schon gesagt, ich hatte großen Respekt für sie. Ich hatte das Gefühl, sie ist großartig, eine großartige Anführerin. Aber ich finde, sie hat einen äußerst katastrophalen Fehler gemacht, und zwar, all diese Illegalen ins Land zu lassen.“

„Dabei habe ich große Achtung vor Merkel, das muss ich sagen. [...] Aber ich finde, es war sehr unglücklich, was passiert ist. Sie wissen, dass ich Deutschland liebe, weil mein Vater aus Deutschland stammt, und ich will mich nicht in einer ähnlichen Situation wiederfinden. Wie ich das sehe, haben wir genug Probleme.“

„Wir wollen nicht, dass Leute aus Syrien zu uns kommen, von denen wir nicht wissen, wer sie sind. Es gibt keine Möglichkeit für uns, diese Leute zu überprüfen. Ich will es nicht so machen wie Deutschland.“

 
„Ich will mir nicht in die Karten gucken lassen“ – das erste deutsche Trump-Interview in Zitaten

„Ich finde, wir hätten Sicherheitszonen in Syrien einrichten sollen, das wäre wesentlich billiger gewesen. Und die Golfstaaten hätten dafür zahlen sollen, die haben doch schließlich Geld wie kaum ein anderer. Das Ganze wäre wesentlich billiger gewesen als das Trauma, das Deutschland jetzt durchmacht.“

Trump über die Gründe für die Flüchtlingskrise:

„Schauen Sie, diese ganze Geschichte hätte nie passieren dürfen. Der Irak hätte gar nicht erst angegriffen werden dürfen, stimmt’s? Das war eine der schlechtesten Entscheidungen, möglicherweise die schlechteste Entscheidung, die in der Geschichte unseres Landes je getroffen wurde. Wir haben da etwas entfesselt – das war, wie Steine in ein Bienennest zu schmeißen. Und nun ist es einer der größten Schlamassel aller Zeiten.“

44236187 © dpa Vergrößern „Bild“-Herausgeber Kai Diekmann beim Gespräch mit Donald Trump im Trump Tower in New York

Trump über Deutschland:

„Ich bin sehr stolz auf Deutschland, und Deutschland ist etwas ganz Besonderes. Bad Dürkheim, ja? Das ist echtes Deutschland, nicht wahr? Keine Frage, das ist echtes Deutschland. Nein, ich bin sehr stolz auf Deutschland. Ich liebe Deutschland.“

„Ich mag Ordnung. Ich mag es, wenn die Dinge ordentlich erledigt werden. Dafür sind die Deutschen ziemlich bekannt. Aber ich auch – ich mag auch Ordnung, und ich mag Stärke.“

© afp Biograf Michael D’Antonio: „Trump ist nicht der Typ, der sich an seine Rolle anpasst“

Trump über das Eingreifen Russlands in Syrien:

„Nein, das ist eine sehr üble Sache, sehr schlimm. Wir hatten die Chance, etwas zu tun, als wir diese rote Linie zogen, die aber nicht galt – nichts ist geschehen. Das war die einzige Gelegenheit, und jetzt ist es irgendwie ... sehr spät. Es ist zu spät, jetzt ist alles vorbei. Irgendwann wird es ein Ende haben, aber Aleppo war scheußlich.“

Trump über sein Verhältnis zu Merkel und Putin:

„Zunächst einmal vertraue ich beiden - doch schauen wir mal, wie lange das anhält. Vielleicht hält es überhaupt nicht lange an.“

Trump über das Atom-Abkommen mit Iran:

„Ich werde nicht sagen, was ich mit dem Iran-Abkommen machen werde. Ich will mir nicht in die Karten gucken lassen. Schauen Sie, ich bin kein Politiker, ich gehe nicht raus und sage: ,Ich werde dies tun, ich werde das tun …‘ Ich muss tun, was ich tun muss. Wer spielt Karten schon so, dass er jedem zeigt, was er auf der Hand hat, bevor er ausspielt?“

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„Aber ich bin über das Iran-Abkommen nicht glücklich, ich finde, es ist eines der schlechtesten Abkommen, die je getroffen worden sind. Es ist eines der dümmsten Abkommen, die ich je gesehen habe, eines der dümmsten im Sinne eines Geschäfts: Wenn Sie einem Land 150 Milliarden Dollar zurückgeben, wenn Sie ihm 1,7 Milliarden in bar liefern […] 1,7 Milliarden, ich verstehe das nicht.“

Trump über die Nato:

„Die Nato hat Probleme. Sie ist obsolet, weil sie erstens, wie Sie wissen, vor vielen, vielen Jahren entworfen wurde.[…]. Ich kam massiv unter Druck, als ich sagte, die Nato sei obsolet. Sie ist aber obsolet, weil sie sich nicht um den Terrorismus gekümmert hat.“

„Die andere Sache ist, dass die Länder nicht ihren fairen Anteil bezahlen. Also, wir sollen diese Länder schützen, aber viele dieser Länder zahlen nicht, was sie zahlen müssten. Das ist sehr unfair gegenüber den Vereinigten Staaten. Abgesehen davon ist mir die Nato aber sehr wichtig.“

Trump über das Twittern:

„Und das Twittern? Ich dachte, ich würde es zurückschrauben, aber die Presse berichtet so unehrlich über mich – so unehrlich –, dass ich mich über Twitter äußere. Und es sind nicht 140 Zeichen, es sind jetzt 140, 280 – ich kann bing, bing, bing machen und mache einfach weiter, und sie veröffentlichen es, sobald ich es twittere.“

„Aber wissen Sie, das Twittern ist interessant, weil ich es sehr akkurat finde. Wenn ich etwas öffentlich sage und wenn ich den Zeitungen etwas sage, und sie es nicht akkurat wiedergeben, ist das wirklich schlecht. Sie können nicht viel dagegen ausrichten: Wenn man twittert – und ich bin vorsichtig –, ist es sehr exakt, es ist sogar sehr, sehr exakt, und es erscheint als Breaking News.“

© dpa, afp Trump und die Medien: Tweets gegen TV

Trump über ein Treffen mit „ihr“, der britischen Premierministerin Theresa May, den Brexit und seine Gründe:

„Ich bin ein großer Fan Großbritanniens. Und wir werden sehr hart daran arbeiten, das schnell und vernünftig hinzubekommen – gut für beide Seiten. Ich werde mich treffen mit … Wenn Sie den Brief sehen wollen, wo auch immer der Brief ist, sie hat ihn gerade geschickt … Sie bittet um ein Treffen, und wir werden uns gleich nachdem ich ins Weiße Haus gezogen bin treffen, und es wird, ich glaube, wir werden sehr schnell etwas hinbekommen.“

„… dass Ihr Pfund Sterling an Wert verloren hat, ist – großartig. Denn die Geschäfte laufen jetzt in vielen Teilen Großbritanniens unglaublich gut. Ich glaube, der Brexit wird sich letztlich als eine großartige Sache herausstellen.“

„Die Leute wollen nicht, dass andere Leute in ihr Land kommen und es zerstören, und, wissen Sie, in meinem Land werden wir von meinem ersten Amtstag an auf sehr sichere Grenzen setzen.“

„… Großbritannien wollte seine eigene Identität. Aber, das glaube ich wirklich, wenn sie nicht gezwungen worden wären, all diese Flüchtlinge aufzunehmen – so viele, mit all den Problemen, die das mit sich bringt –, dann wäre es nicht zum Brexit gekommen. Es wäre gerade noch einmal gut gegangen, aber das war der Tropfen, der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.“

Trump über Schottland und seine schottische Mutter:

„Tja, die Schotten sind dafür bekannt, auf ihr Kleingeld zu achten, also achte ich auf mein Kleingeld. Nur dass ich mich mit großem Kleingeld beschäftige, das ist das Problem.“

Trump über die Bedeutung der Europäischen Union und ihre Zukunft:

„Ich glaube nicht, dass das für die USA eine große Rolle spielt. Ich habe nie geglaubt, dass das von Bedeutung ist. Schauen Sie, zum Teil wurde die Union gegründet, um die Vereinigten Staaten im Handel zu schlagen, nicht wahr?“

„Die Leute wollen ihre eigene Identität. Wenn Sie mich fragen: Es werden weitere Länder austreten.“

Trump über sein Verhältnis zu den Geheimdiensten und über das angebliche Dossier eines ehemaligen britischen Agenten

„Sie wissen, ich habe große Achtung vor den Nachrichtendiensten, aber viele Leaks, viele ,Fake News‘ werden veröffentlicht, eine Menge ,Fake News‘.“

„Es sind ,Fake News‘, es ist komplett ausgedacht, und ich habe gerade einen Brief von Leuten bekommen, die mit mir nach Russland gereist sind. Sehr reiche Leute, sie sind mit mir gereist, sie sagten, du warst mit uns zusammen und ich war mit ihnen zusammen, ich war nicht mal da. Ich war weg, ich war nicht einmal da. Ich war für den Miss-Universe-Wettbewerb dort, stand auf, holte meine Sachen und ging. Also wenn dieser Typ ein Brite ist, habt ihr eine Menge Probleme …“

© dpa, afp Mexikos Autoindustrie zittert vor Trump

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