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Nach Werbung für Ivanka : Ethikbehörde fordert Ermittlungen gegen Trump-Beraterin Conway

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Nachdem sie zum Kauf von Ivanka Trumps Produkten aufgerufen hat, reißt die Kritik an Kellyanne Conway nicht ab. Nun setzt eine Behörde die Präsidenten-Beraterin unter Druck.

          Donald Trumps Beraterin Kellyanne Conway ist wegen ihrer öffentlichen Werbung für Produkte von Trumps Tochter Ivanka schwer unter Druck geraten. Das unabhängige Büro für Regierungsethik wirft Conway vor, ihre Position als Mitarbeiterin des Weißen Hauses missbraucht zu haben.

          „Unter den gegebenen Umständen gibt es starken Grund zu der Annahme, dass Frau Conway Standards verletzt hat und dass disziplinarische Maßnahmen angebracht sind“, heißt es in einem Brief, den der Leiter der Behörde, Walter Schaub, ans Weiße Haus schrieb, und der am Dienstag publik wurde.

          Conway kam mit ihren Äußerungen auch in der eigenen Partei nicht gut an. Der republikanische Kongressabgeordnete Jason Chaffetz hatte erklärt, sie sei zu weit gegangen, die Bemerkungen seien nicht akzeptabel.

          Conway hatte bei einem Fernsehauftritt Stellung zu Ivanka Trump und deren Problemen mit Warenhausketten genommen, die ihre Produktlinien nicht mehr verkaufen wollen. Dabei hatte sie zum Kauf der Erzeugnisse aufgerufen. „Ich mache hier kostenlos Werbung“, sagte sie unter anderem öffentlich im Fernsehen. Das Weiße Haus hatte die 50-Jährige dafür lediglich belehrt.

          „Alternative Fakten“

          Die Trump-Beraterin hatte nach der Amtseinführung Trumps mit der Verwendung des Begriffs „Alternative Fakten“ von sich reden gemacht. Konkret bezog sie sich damals auf die Behauptung von Präsidentensprecher Sean Spicer, die Zuschauerzahlen bei Trumps Vereidigung seien die größten der Geschichte gewesen. Conways „alternative Fakten“ erinnerten viele an George Orwells Roman „1984“, in dem das „Wahrheitsministerium“ eines fiktiven totalitären Staates systematisch Unwahrheiten verbreitet.

          In einem Interview sprach Conway zudem über einen Anschlag in Bowling Green im Bundesstaat Kentucky, den es nicht gegeben hat. Conway behauptete im Fernsehsender MSNBC, zwei Iraker hätten vor einigen Jahren in dem Ort ein „Massaker“ begangen.

          Quelle: jawa./dpa/AFP

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