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Veröffentlicht: 22.03.2017, 23:38 Uhr

Ausschuss-Chef Nunes Trump-Team zufällig im Visier?

Sind Donald Trumps Bespitzelungsvorwürfe möglicherweise doch nicht völlig aus der Luft gegriffen? Der republikanische Kongressangeordnete Devin Nunes präsentiert neue, teils widersprüchlich anmutende Details.

von Simon Riesche, Washington
© AP Ob Trump selber von den Abhöraktionen betroffen gewesen ist, bleibt bislang noch offen.

Es ist ein Überraschungsbesuch, der Washington in helle Aufregung versetzt. Am Mittwochnachmittag (Ortszeit) wird Devin Nunes, der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses des Repräsentantenhauses, im Weißen Haus vorstellig, um den Präsidenten persönlich zu informieren, dass Mitarbeiter seines Teams von Überwachungsaktionen amerikanischer Geheimdienste betroffen gewesen sein könnten.

Was genau bedeutet das? Gleich zweimal tritt Nunes vor die Presse, doch seine Ausführungen werfen mehr Fragen auf, als dass sie Antworten liefern. So betont der Republikaner zum einen, dass die Informationen nur „beiläufig“ gesammelt worden sein und sich die „normalen und legalen“ Aktivitäten eigentlich gegen ausländische Personen gerichtet hätten. Zum anderen sei er aber doch „alarmiert“, da in den betreffenden Dokumenten die Namen von amerikanischen Bürgern, die zwischen November und Januar an der Vorbereitung der Trump-Präsidentschaft beteiligt gewesen sein sollen, offen genannt werden. Das sei „unangemessen“.

„Wir tappen hier alle im Dunkeln“

Ob auch Trump selbst von der Überwachung betroffen war, lässt Nunes, der seine Erkenntnisse von einem nicht näher genannten Informanten erhalten haben soll, offen. Auch erläutert er nicht, worum es bei den Abhöraktionen genau ging. Nur so viel: Zu Russland habe es keinen Bezug gegeben.

„Wir tappen hier alle im Dunkeln“, erklärt unterdessen der demokratische Abgeordnete Adam Schiff, der ebenfalls im Geheimdienstausschuss sitzt und Nunes' Verhalten scharf kritisiert. Er könne nicht verstehen, warum der Vorsitzende mit Journalisten gesprochen und den Präsidenten unterrichtet, nicht aber andere Ausschussmitglieder informiert habe.

Trump fühle sich ein Stück weit bestätigt

„Das ist nicht die Art, wie wir Ermittlungen durchführen“, so Schiff, der es, so lässt er durchblicken, durchaus für möglich hält, dass Nunes dem Präsidenten einen Gefallen tun wollte. Der war wegen seiner nicht belegten Vorwürfe, wonach ihn Vorgänger Barack Obama im Wahlkampf bespitzeln ließ, zuletzt massiv unter Druck geraten. Erst am Montag hatte FBI-Direktor James Comey im Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses versichert, dass es für Trumps Anschuldigungen keine Beweise gebe.

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Und doch: All diejenigen, die den aktuellen Präsidenten als Opfer einer groß angelegten Verschwörung sehen, fühlen sich durch Nunes' neblige Aussagen bestätigt. Man habe „einmal mehr recht gehabt“, twittert der konservative Fox-News-Moderator Sean Hannity. Auch andere Trump-Fans sehen sich bereits als Zeugen einer „dramatischen Wende“ in der „Abhöraffäre“.

Der Präsident selbst äußert sich am Rande eines Termins im Weißen Haus etwas vorsichtiger. Er fühle sich „ein Stück weit bestätigt“, sagt Trump. Auch freue er sich, dass „sie gefunden haben, was sie gefunden haben“. Sein zufriedenes Gesicht macht deutlich: Nunes war ihm ein willkommener Gast.

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