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Trumps dramatische Tage : Im Weißen Haus regiert das Chaos

Anthony Scaramucci: Der neue Kommunikationschef des Weißen Hauses – auch äußerlich etwas bunter Bild: AP

Chaos ist Trumps Arbeits- und Organisationsprinzip: Amerikas Regierung entzieht sich jeder Normalität. Sein neuer Kommunikationschef Scaramucci verschlimmert mit seinen obszönen Entgleisungen die Lage dramatisch.

          Es ist wie in einem Film billiger Machart, und das amerikanische Publikum wird sich schon ein Urteil darüber bilden, was von den Darbietungen im Weißen Haus, den Obszönitäten, Beleidigungen und Machtkämpfen, zu halten ist. Gerade mal ein paar Tage im Amt, hat sich der neue Kommunikationsdirektor Scaramucci mit Ausfällen gegen den Stabschef und den Chefstrategen hervorgetan, mit einer Sprache, die er selbst als „bunt“ verharmlost, die aber die der Gosse ist. Ist das der Ton, der im Weißen Haus des Donald Trump bei politischen Debatten, also bei persönlichen Abrechnungen, gepflegt wird?

          Man hat den Eindruck, dass auch sechs Monate nach Beginn dieser Präsidentschaft die Regierung Trump nicht auf Normalkurs ist. Sie will es nicht, sie entzieht sich jeder Normalität. Wenn Trump ein Präsident sein wollte, der umstürzlerisch wirkt und der die Dinge eben nicht ihren normalen Lauf nehmen lässt, dann ist er das. Oder anders ausgedrückt: Es herrscht das reine Chaos – Chaos ist das Arbeits- und Organisationsprinzip.

          Leute mit schlechten Manieren wie Scaramucci beruhigen die Lage nicht, sie schüren die Unruhe und das Chaos noch. Selbst Trump, der ja auch einen Hang zur Vulgarität hat, müsste irgendwann erkennen, dass seine Präsidentschaft so, mit diesem Stil und diesen Methoden, das goldene Zeitalter nicht nach Amerika zurückbringt – und wenn es zurückkommt, dann nicht durch sein Zutun. Und das gilt auch für die Republikaner im Kongress. Deren Versuche, die zweifellos optimierbare Gesundheitsreform Obamas abzuschaffen und durch etwas „Besseres“ zu ersetzen, scheitern und scheitern und scheitern. Sie sind uneins und wissen nicht, wo es langgehen soll. Schon sieben Jahre laufen sie Sturm gegen „Obamacare“. Und dann haben sie keinen Plan, wie der angebliche Untergang Amerikas abgewendet werden kann? Vielen Wählern wird dieses Scheitern recht sein, andere werden sich für dumm verkauft fühlen.

          Viele werden sich (leicht zerknirscht?) auch daran erinnern, dass sie den Parolen Trumps und anderer, den Saustall in Washington auszumisten, begeistert zugestimmt haben. Die Mistgabel war das Symbol dieses populistischen Aufstands. Und was ist das Ergebnis? Eine Regierung, in der Kompetenz ein knappes Gut ist; ein Weißes Haus, in dem es zugeht wie in einer Spelunke in New York; ein Präsident, der lieber Hillary Clinton dämonisiert als vernünftig regiert.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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