http://www.faz.net/-gpf-93l0s

Veränderte Reisebestimmungen : Amerikanische Regierung verschärft Kuba-Kurs

Donald Trump verschärft die Reisebestimmungen für Kuba. Bild: AFP

Unter Barack Obama näherten sich die Vereinigten Staaten und Kuba erstmals seit Jahrzehnten an. Mit Donald Trump ändert sich nun wieder der Kurs.

          Präsident Donald Trump schränkt die Möglichkeiten des Castro-Regimes ein, von der amerikanisch-kubanischen Annäherung wirtschaftlich zu profitieren. Von diesem Donnerstag an wird es schwieriger für Amerikaner, das Verbot des Kuba-Tourismus zu umgehen. Individualreisen sind für die meisten Amerikaner nicht mehr möglich. Auch Teilnehmer von Austauschprogrammen dürfen in etlichen der größten Hotels nicht mehr wohnen, weil diese den Streitkräften gehören.

          Andreas Ross

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Das amerikanische Außenministerium hat am Mittwoch eine Liste von 180 Firmen veröffentlicht, mit denen Amerikaner keine neuen Geschäftsverträge schließen dürfen, weil sie dem Militär oder Innenministerium unterstehen. Viele der jährlich mehr als 600.000 Amerikaner, die seit der Normalisierung der diplomatischen Beziehungen 2015 nach Kuba reisten, übernachteten dort in Hotels, die ganz oder teilweise der Firma Gaviota gehören. Sie zählt zum Gaesa-Konzern, der den Streitkräften untersteht.

          Auch Geschäfte, Reisebüros, Busunternehmen und Rumhersteller fallen unter das neue Verbot. Zudem dürfen amerikanische Unternehmen keine Verträge mehr schließen, um in der kubanischen Sonderwirtschaftszone Mariel Waren herzustellen. Allerdings schützt die amerikanische Regierung eigene Wirtschaftsinteressen. So treten die neuen Regeln erst in Kraft, nachdem Firmen lukrative Verträge mit Kuba geschlossen haben.

          Kritiker Trumps befürchten, dass ein Abbruch des Reiseverkehrs besonders dem jungen kubanischen Privatsektor schadet und damit die Entstehung einer selbstbewussten Zivilgesellschaft behindert. Die Regierung hält dagegen, dass nun die Veranstalter amerikanischer Gruppenreisen auf die von Privatleuten betriebenen Pensionen ausweichen müssten, anstatt Kubas Militär zu unterstützen, das auch an den Hotels europäischer Ketten beteiligt ist.

          Ein Hotel der amerikanischen Sheraton-Kette, an dem Gaviota beteiligt ist, steht allerdings nicht auf der Verbotsliste. In Washington hieß es, die Regeln hingen nicht mit den „akkustischen Zwischenfällen“ zusammen. Amerika hatte seine meisten Diplomaten aus Havanna abgezogen, nachdem viele Mitarbeiter der Botschaft über unerklärliche Hörprobleme und Schmerzen klagten.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Börse in Amerika feiert Video-Seite öffnen

          Trump lobt sich : Börse in Amerika feiert

          Stand der Dow Jones zum Amtsantritt von Donald Trump vor einem Jahr noch bei rund 20.000 Punkten, hat der amerikanische Aktienindex inzwischen die 25.000-Punkte-Marke überflügelt. Trump reklamiert das als persönlichen Erfolg, doch viele Analysten machen eher die gut laufende Weltwirtschaft für den Höhenflug verantwortlich.

          Trump vergibt "Fake News Awards“ Video-Seite öffnen

          Negativ-Auszeichnung : Trump vergibt "Fake News Awards“

          In Amerika gibt es einen neuen Medienpreis. Die „Fake News Awards“ sind Negativ-Auszeichnungen von Donald Trump an Medienhäuser, die der Präsident ohnehin immer wieder heftig angreift. Die Rangliste ist prominent besetzt.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Die britische Premierministerin Theresa May empfängt Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in der Militärakademie in Sandhurst.

          Macron besucht May : London gibt Paris mehr Geld für Grenzschutz

          Die britische Regierung ist bereit, ihre Zahlungen an Frankreich für die Bekämpfung der illegalen Einwanderung aufzustocken. Auch die Zusammenarbeit in der Sicherheitspolitik soll vertieft werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.