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Veröffentlicht: 22.11.2016, 12:16 Uhr

Alt-Right-Bewegung „Heil Trump!“ für den künftigen Präsidenten


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Nicht nur die Anti-Rassismus-Bewegung „Southern Poverty Law Center“ beschuldigt Breitbart deshalb schon seit längerem, rassistische Ideologien zu verbreiten – und sieht in Steve Bannon die „Hauptkraft hinter der Entwicklung von Breitbart zu einer Propagandamühle des weißen Ethno-Pluralismus“, wie ihn die „Alt-Right-Bewegung“ um Spencer propagiert.

„Ich will, dass alles zusammenbricht“

Die Mission von Bannon ist dieselbe wie von Spencer: Beide wollen das demokratische System, wie es derzeit existiert, auflösen. „Ich bin ein Leninist“, sagte Bannon Ende 2013 der amerikanischen Internetseite „The Daily Beast“, noch als Chef von „Breitbart News“. „Lenin wollte den Staat zerstören, und das ist auch mein Ziel. Ich will, dass alles zusammenbricht, und ich will das heutige Establishment zerstören.“ Vor wenigen Tagen sagte er der Zeitschrift „Hollywood Reporter“: „Finsternis ist gut. Dick Cheney. Darth Vader. Satan. Das ist Macht. Es hilft uns nur, wenn sie falsch liegen. Wenn sie blind dafür sind, wer wir sind und was wir tun.“ Damit bezog sich Bannon nach Ansicht des Interviewers auf Liberale und die Medien. Dass er ein weißer Nationalist sei, wies Bannon in dem Gespräch zurück. „Ich bin kein weißer Nationalist, ich bin ein Nationalist. Ich bin ein Wirtschaftsnationalist.“

43478167 © AFP Vergrößern Demonstranten machen vor der City Hall in Los Angeles keinen Hehl daraus, was sie von der Wahl Trumps halten

Doch wie Bannon sich selbst auch bezeichnen mag: Viele Amerikaner sehen eine große Gefahr, wenn der rechte Provokateur nicht nur den Zugang zu Trump mit kontrolliert, sondern womöglich auch die großen Geisteslinien von dessen Präsidentschaft. Sie befürchten, dass Bannon Trumps mitunter naiven Pragmatismus eigentlich erst ideologisch aufladen könnte – mit Breitbart als einer Art „Staatsrundfunk“, in dem Verschwörungstheorien, rechter Hass und die Ideologie der „weißen Vorherrschaft“ ungefiltert verbreitet werden könnte. Dass diese Angst durchaus berechtigt sein könnte, belegt für viele nicht zuletzt der Jubel des rassistischen Ku-Klux-Klans, die Bannons Ruf ins Weiße Haus feierten.

Über den Mittelsmann Bannon könnten der Rassismus und Extremismus der Alt-Right-Bewegung im amerikanischen politischen Diskurs so hoffähig werden. Die „Los Angeles Times“ schrieb nach dem Vortrag von Richard B. Spencer am Samstag, die Gäste in Businesskleidung erinnerten mehr an Washingtoner Lobbyisten als an Skinheads oder Anhänger des Ku-Klux-Klans in ihren weißen Roben, an die man bei weißen Nationalisten oft denke – dabei teilten sie vielfach dieselben Ansichten. Die heutigen Nationalisten wie Spencer machten da weiter, wo der frühere Ku-Klux-Klan-Chef David Duke aufgehört habe, als er den Klan in den frühen 1980er Jahren verließ, sagte Heidi Beirich vom „Southern Poverty Law Center“ der Zeitung. „Die Typen in den Anzügen sind diejenigen, vor denen wir Angst haben müssen“, fügte sie hinzu – auch wenn sie den Namen Steve Bannon nicht nannte, war klar, wen sie damit auch gemeint haben dürfte.

Die Alt-Right-Bewegung weiß um die große Chance, die sie durch die Wahl Donald Trumps erhalten hat – und sie scheint mehr als entschlossen, sie auch zu nutzen. „Was die Politik angeht, war Trumps Bewegung ein bisschen halbgar“, sagte Alt-Right-Ikone Spencer am Samstag. „Wenn wir jetzt vorangehen, kann Alt-Right Trump vervollständigen – als intellektuelle Vorhut.“

© AFP, reuters Der neue Präsident in Klausur
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