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Al Gore über Trump : „Manche Experimente werden abgebrochen“

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Glaubt an die Selbstheilungskräfte des amerikanischen Politiksystems: Al Gore, hier im Januar beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos Bild: EPA

Amerika werde Donald Trump überstehen, glaubt der frühere Vizepräsident Al Gore im F.A.S.-Interview – und das vielleicht schon bald: Die Erkenntnis wachse, dass „Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Gefahr einzudämmen“.

          Der frühere amerikanische Vizepräsident und ehemalige demokratische Präsidentschaftskandidat Al Gore hält ein baldiges Ende der Präsidentschaft von Donald Trump nicht für ausgeschlossen. „Wir sind ja gerade mal sechs Monate bei diesem Experiment dabei – und manche Experimente werden aus moralischen Gründen eher abgebrochen“, sagte Gore der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          In Amerika wachse derzeit die Erkenntnis, „dass in den kommenden Monaten ernsthafte Probleme anstehen könnten“, fügte Gore mit Bezug auf Trump hinzu. „Amerika und die ganze Welt begreifen, dass es gefährliche Zeiten sind und dass Maßnahmen ergriffen werden müssen, um diese Gefahr einzudämmen.“ So wie die nächsten Jahrzehnte eine Herausforderung für die Menschheit seien, seien die nächsten Monate eine Herausforderung für das amerikanische Politiksystem.

          Gore: Amerikanisches Politiksystem „sehr widerstandsfähig“

          Gore bezeichnete das amerikanische Politiksystem als „sehr widerstandsfähig“. So hätten die Gerichte schon einiges blockiert, das Trump habe durchsetzen wollen. „Die Regierungen der Bundesstaaten und einiger großer Städte nehmen ihm die Führungsrolle ab und treffen, wo sie können, ihre eigenen Entscheidungen.“ Auch innerhalb der republikanischen Partei gebe es wachsenden Widerstand gegen Donald Trump. „Wir werden das also durchstehen“, sagte Gore.

          Trump habe sich selbst „mit einer Ansammlung von Schurken umgeben“, die etwa den Klimawandel leugneten, so Gore. Doch insbesondere mit seiner Entscheidung, den Klimavertrag von Paris aufzukündigen, habe sich Trump isoliert. „Mehr als zwei Drittel der amerikanischen Bevölkerung widersprechen ihm in diesem Punkt, und auch eine Mehrheit der republikanischen Bevölkerung stimmt ihm da nicht zu.“ Deshalb werde er den Klimawandel weiter bekämpfen, kündigte der frühere demokratische Politiker an, der jetzt als Berater und Umweltschutzaktivist aktiv ist. „Da steht so viel auf dem Spiel – wir können nicht aufgeben, wir müssen das einfach tun.“ 

          Das vollständige Interview mit Al Gore lesen Sie hier im Epaper.

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