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Trinh Xuan Thanh : Vietnam lässt keine internationale Presse in Korruptionsprozess zu

  • Aktualisiert am

Trinh Xuan Thanh in Berlin auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2016 Bild: Reuters

Der Fall hat international Schlagzeilen gemacht, weil der Geschäftsmann im vergangenen Sommer unter rätselhaften Umständen aus Berlin verschwand. Nun droht ihm die Todesstrafe.

          Der Prozess gegen einen mutmaßlich aus Deutschland nach Vietnam entführten Geschäftsmann soll am Montag unter Ausschluss der Weltpresse beginnen. Das Außenministerium des kommunistisch geführten Landes kündigte am Freitag in Hanoi an, dass zu dem Verfahren gegen den vietnamesischen ehemaligen Manager Trinh Xuan Thanh vor Gericht keine ausländische Medien zugelassen würden. Bei einer Verurteilung wegen Korruption droht dem 52 Jahre alten Mann die Todesstrafe.

          Der Fall hat international Schlagzeilen gemacht, weil der ehemalige kommunistische Spitzenfunktionär im vergangenen Sommer unter rätselhaften Umständen aus Berlin verschwand. Die Bundesregierung ist überzeugt, dass Thanh im Juli 2017 vom vietnamesischen Geheimdienst entführt wurde. Zwei vietnamesische Diplomaten mussten Deutschland deshalb verlassen. Hanoi behauptet, dass er freiwillig zurückgekehrt sei.

          Thanh hatte sich nach ersten Vorwürfen 2016 nach Deutschland abgesetzt. Über seinen Vater ließ der frühere Vorstandschef des staatlichen Baukonzerns PVC am Freitag alle Korruptionsvorwürfe zurückweisen.

          Eine Sprecherin des Außenministeriums teilte der Nachrichtenagentur dpa ohne nähere Begründung mit, dass Anträge auf Arbeitsvisa und Akkreditierungen abgelehnt worden seien. „Der ausländischen Presse ist die Teilnahme dieses Mal nicht erlaubt.“

          Konkret wird Thanh zur Last gelegt, als Chef des Baukonzerns PetroVietnam Construction (PVC) umgerechnet mehr als 50 Millionen Euro zweckentfremdet zu haben. Mindestens vier Milliarden vietnamesische Dong (etwa 150 000 Euro) soll er dabei in die eigene Tasche gesteckt haben. Zudem soll er bei einem Bauprojekt in Hanoi eine halbe Million Euro Schmiergeld kassiert haben.

          Sein Vater Trinh Xuan Gioi sagte der dpa, sein Sohn bestreite diese Vorwürfe. Zugleich zitierte er ihn aber auch mit den Worten: „Als Chef der Firma habe ich Verantwortung dafür zu übernehmen, wenn meine Untergebenen durch ihr Handeln der Firma Schaden zugefügt haben.“ Vietnam gehört zu den wenigen Ländern auf der Welt, in denen auch auf Korruption die Todesstrafe verhängt werden kann.

          Quelle: dpa

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