http://www.faz.net/-gpf-74h91

Todesstrafe : Feine Gesellschaft

Im Menschenrechtsausschuss der UN-Vollversammlung haben sich die Amerikaner gemeinsam mit 38 weiteren Staaten gegen eine Resolution gewendet, die die Abschaffung der Todesstrafe fordert. Washington befindet sich damit in unguter Gesellschaft.

          Die Vereinigten Staaten sind sich völlig einig mit China, Iran, Nordkorea, Syrien, Indien und auch mit Japan. Unmöglich? Nichts ist unmöglich, wenn es um die Todesstrafe geht. Im Menschenrechtsausschuss der UN-Vollversammlung haben sich die Amerikaner gemeinsam mit 38 weiteren Staaten gegen eine Resolution gewendet, die die Abschaffung des justizförmigen Umbringens in der ganzen Welt fordert.

          Zwar haben auch in den Vereinigten Staaten viele Bundesstaaten diese Bestrafung abgeschafft. Aber Washington meint immer noch, sich anders verhalten zu sollen. Die Argumente sind alle bekannt und unzählige Male ausgetauscht. Aber Länder wie die Vereinigten Staaten und Japan sollten sich schon alleine deshalb schämen, weil sie sich mit ihrem Verhalten in so unguter Gesellschaft befinden.

          Zwar ist ein ordentliches amerikanisches Gerichtsverfahren glücklicherweise nicht mit einem unordentlichen, zum Beispiel in China, gleichzusetzen. Aber schon der Anschein der Kumpanei nimmt vielen amerikanischen Initiativen für Menschenrechte viel von ihrer Glaubwürdigkeit.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

          Folgen:

          Topmeldungen

          Die rumänische Filmemacherin Adina Pintilie posiert mit ihrem Goldenen Bären

          Berlinale : Gefangen als Voyeur

          Der Goldene Bär für „Touch Me Not“ bei der Berlinale ist eine riesige Überraschung. In dem Film geht es um masturbierende Callboys, Transvestiten und Darkrooms. Der Ansatz ist beklemmend. Ein Kommentar.

          1:0 gegen HSV : Werder stürzt den Nordrivalen noch näher an den Abgrund

          Ein Notderby statt eines Nordderbys: In einem niveauarmen Spiel mit ständigen Störungen durch HSV-Anhänger gewinnt Werder Bremen dank eines späten Tors. Der Hamburger Weg führt immer weiter Richtung zweite Bundesliga. Bremen ist nun Vierzehnter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.