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Thailand Gespannte Ruhe nach Militärputsch

19.09.2006 ·  Der Militärputsch in Thailand hat bei Regierungen in aller Welt Besorgnis ausgelöst. In Thailand hat die Armee die Macht übernommen. In Abwesenheit von Ministerpräsident Thaksin Shinawatra setzten Teile der Streitkräfte die Verfassung außer Kraft. Die Putschisten erklärten, sie wollten nicht für längere Zeit an der Macht bleiben.

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Der Militärputsch in Thailand hat bei Regierungen in aller Welt Besorgnis ausgelöst. Die EU und Neuseeland forderten eine schnelle Wiederherstellung der demokratischen Ordnung. Die amerikanische Regierung will vor einer offiziellen Einschätzung der Ereignisse aber erst die weitere Entwicklung abwarten. Mehrere Regierungen mahnten ihre Bürger, bei Reisen nach Thailand besonders vorsichtig zu sein.

Der finnische Ministerpräsident Matti Vanhanen, dessen Land derzeit die EU-Präsidentschaft innehat, sagte am Dienstag abend, die Ereignisse in Bangkok gäben Anlaß zu großer Sorge. Die amerikanische Regierung äußerte sich zurückhaltend. „Wir wollen erst sehen, was die Streitkräfte vorhaben“, sagte der Staatssekretär im amerikanischen Außenministerium, Christopher Hill. Bisher scheine die Lage in Bangkok ruhig zu bleiben.

Putschisten wollen Konflikte lösen

Der Anführer des Militärputsches in Thailand hat die Bevölkerung um Unterstützung für den Staatsstreich gebeten. Flankiert von den Kommandeuren des Heeres, der Marine und der Luftwaffe sagte General Sondhi Boonyaratkalin am Mittwoch bei seinem ersten öffentlichen Auftritt, mit dem Putsch sollten die ernsten Konflikte in der thailändischen Gesellschaft gelöst werden, die der entmachtete Ministerpräsident Thaksin Shinawatra geschaffen habe.

In der vom Fernsehen übertragenen Ansprache sagte Sondhi, die Putschisten hätten nicht die Absicht, für längere Zeit an der Regierung zu bleiben. Unter dem Bild von König Bhumibol Adulyadej sagte der General, der neu geschaffene „Rat für Verwaltungsreformen“ habe die Verfassung außer Kraft gesetzt und das Kriegsrecht verhängt. Alle Soldaten sollten sich in Kasernen melden. Der „Rat für Verwaltungsreformen“ erkenne König Bhumibol als Staatschef an, hieß es zudem in einer von Sondhi unterzeichneten Erklärung. Er berate mit dem König über die Bildung einer Übergangsregierung, verlautete aus Militärkreisen.

Der 59jährige Sondhi gilt als loyaler Gefolgsmann des Königs. Er ist Muslim und wurde von den Putschisten wohl auch deswegen als Regierungschef ausgesucht, weil ihm zugetraut wird, den blutigen Konflikt mit muslimischen Aufständischen im Süden des Landes zu lösen.

Gespannte Ruhe in Bangkok

Einen Tag nach dem Militärputsch herrscht in Thailands Hauptstadt Bankok gespannte Ruhe. Panzer und Truppen halten den Regierungssitz umstellt. Etwa 20 Panzer bezogen Stellung vor dem Königspalast, auf dem Königsplatz und vor der Zentrale der Streitkräfte.

Der von den Putschisten entmachtete Ministerpräsident Thaksin hält sich anläßlich der Vollversammlung der UN in New York auf. Seine geplante Rede auf der Veranstaltung wurde abgesagt. Ein Mitglied seiner Delegation sagte, nach vorläufiger Planung wolle Thaksin trotz des Putsches nach Bangkok zurückfliegen. Mitglieder der thailändischen Delegation beim Jahrestreffen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank eilten am Mittwoch von Singapur nach Bangkok zurück. Die Leiterin der thailändischen Behörde für die Verwaltung der Staatsschulden, Pannee Sathavarodom, sagte, die Delegation sei von den Nachrichten aus Bangkok sehr überrascht. Sie hoffe, daß die Demokratie bald wiederhergestellt werde.

„Die Regierung regiert das Land nicht mehr“

Am Dienstag abend waren Panzer in der Hauptstadt Bangkok aufgefahren und hatten Regierungsgebäude umstellt. Der Staatsrundfunk unterbrach sein Programm, spielte patriotische Musik und zeigte Bilder der vom Volk verehrten Königsfamilie.

Der Militärsprecher Akara Chitroj hatte vor Journalisten erklärt, Thaksins Stellvertreter Chitchai Wannasathit sei aus seinem Amt entfernt und gemeinsam mit Verteidigungsminister Thammarak Isaragura na Ayuthaya festgenommen worden. Beide gelten als enge Vertraute Thaksins. „Die Regierung regiert das Land nicht mehr“, sagte Chitroj. Er gehe davon aus, daß Thaksin vorläufig nicht nach Thailand zurückkehre, erklärte der Militärsprecher weiter. Ein Regierungssprecher betonte dagegen allerdings, Thaksin sei nach wie vor Ministerpräsident.

Quelle: FAZ.NET, pes./F.A.Z. und Agenturen
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