http://www.faz.net/-gpf-42ka

Terrorismus : Schuhbomber zu lebenslanger Haft verurteilt

  • Aktualisiert am

Richard Reid im Dezember 2001 Bild: AP

Ein amerikanisches Gericht hat am Donnerstag den "Schuhbomber" Reid zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Richter folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

          Der als „Schuhbomber“ bekannte Brite Richard Reid ist in den USA wegen des versuchten Anschlags auf ein Flugzeug zu lebenslangen Haft verurteilt worden. Das Strafmaß gab ein Richter in Boston im US-Bundesstaat Massachusetts am Donnerstag bekannt. Reid hatte sich bereits im vergangenen Oktober schuldig bekannt.

          Für weitere Vergehen verhängte der Richter noch einmal 110 Jahre Haft und schloss damit eine vorzeitige Haftentlassung praktisch aus. Die zusätzliche Strafe muss Reid nach Gerichtsangaben antreten, falls er aus seiner lebenslangen Haft vorzeitig entlassen wird. Reid ist nach eigenen Angaben ein Anhänger von Al-Qaida-Chef Usama bin Ladin.

          "Ich hasse die USA"

          "Heute hören wir zuviel Gerede über Krieg“, sagte der Richter Young. „Sie sind ein Terrorist und kein Soldat in einem Krieg. Sie sind kein Kämpfer, Sie sind ein Terrorist, der des mehrfachen Mordversuchs schuldig ist.“ Daraufhin antwortete Reid: „Ich hasse die USA und bin auf der Seite Allahs.“

          Kurz vor der Verkündung des Strafmaßes hatte das Gericht einen letzten Antrag von Reids Anwälten abgewiesen, weitere Dokumente zu dem Verfahren zuzulassen. Die Verteidigung argumentierte, es gebe amtliche Belege für die Unschuld ihres Mandanten.

          Regulärer Prozess überflüssig

          Der 29-jährige Brite jamaikanischer Abstammung war unter anderem wegen versuchten Mordes, dem versuchten Einsatz von Massenvernichtungswaffen, der versuchten Zerstörung eines Flugzeugs und des Angriffs gegen die Flugbesatzung angeklagt. Im vergangenen Oktober hatte Reid sich schuldig bekannt, was nach US-Recht einen regulären Prozess mit Beweisführung überflüssig machte. Richter Young konnte so das Strafmaß selbständig festsetzen.

          Passagiere und Besatzung konnten Reid rechtzeitig überwältigen, als er am 22. Dezember 2001 versuchte, auf dem Flug von Paris nach Miami einen in seiner Schuhsohle versteckten Sprengsatz mit Streichhölzern zu zünden. Das Flugzeug mit 197 Insassen landete in Boston im nordöstlichen US-Bundesstaat Massachusetts, wo Reid verhaftet wurde. Den Ermittlern zufolge soll der in London Aufgewachsene kurz zuvor in Pakistan und Afghanistan gewesen sein. In London besuchte er die gleiche Moschee wie der Franko-Marokkaner Zacarias Moussaoui, der bislang einzige wegen der Terroranschläge vom 11. September Angeklagte.

          Quelle: @tor

          Weitere Themen

          Merkel: Europa braucht Solidarität Video-Seite öffnen

          EU-Gipfel in Brüssel : Merkel: Europa braucht Solidarität

          Das Dublin-System funktioniere in der Flüchtlingsfrage nicht, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel vor dem EU-Gipfel in Brüssel. Deshalb müsse die EU solidarische Lösungen finden.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD-Chef Martin Schulz im Bundestag

          Umfrage : Große Koalition gewinnt an Zustimmung

          Eine große Koalition aus Union und SPD findet Umfragen zufolge deutlich mehr Zustimmung bei den Deutschen als noch vor einer Woche. Am Freitag entscheidet die SPD-Führung, ob sie Sondierungen aufnehmen möchte.

          Brexit-Veto : Ein erster Sieg im Rückzugsgefecht

          Nach Mays Niederlage im Parlament keimt nun bei vielen die Hoffnung auf, dass die Regierung gezwungen sein könnte, in Brüssel einen „weicheren“ Brexit zu verhandeln. Ein Rennen gegen die Zeit.

          Kryptowährung : Bulgarien ist Bitcoin-Großbesitzer

          Bulgarien besitzt Bitcoin im Wert von fast drei Milliarden Euro. Damit könnte das Land fast 20 Prozent seiner Staatsschulden bezahlen. Es gibt nur einen Haken.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.