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Terrorismus Anschlag auf italienische Botschaft in Beirut vereitelt

22.09.2004 ·  In der libanesischen Hauptstadt haben Geheimdienste einen Selbstmordanschlag islamischer Terroristen vereitelt. Auch eine deutsche Diplomatin sei im Visier der Terroristen gewesen.

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In der libanesischen Hauptstadt Beirut haben Geheimdienste einen Selbstmordanschlag islamischer Terroristen auf die italienische Botschaft vereitelt. Sicherheitskräfte hätten ein mit Sprengstoff beladenes Auto nahe der diplomatischen Vertretung sichergestellt, verlautete in Beirut.

Italienische Medien berichteten am Mittwoch, der Anschlag mit rund 300 Kilogramm Sprengstoff hätte der Auftakt zu einer Attentatsserie im Libanon sein sollen. Dabei habe auch eine deutsche Diplomatin getötet werden sollen. Zehn mutmaßliche Mitglieder der Terrorgruppe seien bereits am vergangenen Freitag in Beirut festgenommen worden.

Die Gruppierung unter dem Namen Dschamaa al Dinnija sei im Libanon aktiv, international aber bislang eher unbekannt. Unter den Festgenommen sei der Führer der Gruppe, Abi Omar, verlautete in Rom unter Berufung auf italienische Geheimdienste.

Ministerium bestätigt Festnahme

Das libanesische Innenministerium bestätigte inzwischen die Festnahme mehrerer mutmaßlicher Terroristen, die an den Anschlagsplänen auf die italienische Botschaft beteilkigt gewesen seien. Der Einsatz sei „in Zusammenarbeit der libanesischen und syrischen Sicherheitskräfte sowie des italienischen Geheimdienstes“ erfolgt, hieß es am Mittwoch in einer Erklärung des Ministeriums.

Auch der Anführer der sunnitischen Extremistengruppe befinde sich in Gewahrsam. Wann die Verdächtigen gefaßt wurden, um wie viele Menschen es sich dabei handelte und aus welchem Land sie stammen, ging aus der Erklärung nicht hervor. Der Anführer der Gruppe hatte demnach in einem palästinensischem Flüchtlingslager im Südlibanon Unterschlupf gefunden.

Attentatsserie geplant

Die römische Zeitung „La Repubblica“ berichtete, für die Ermordung der deutschen Diplomatin habe die Gruppe bereits ein Kommando gegründet. Nähere Einzelheiten wurden nicht berichtet. Als nächste Etappe hätten die Terroristen einen Anschlag auf die Botschaft der Ukraine in Beirut ins Auge gefaßt.

Italien ist vor allem wegen der Präsenz von 3.000 italienischer Soldaten im Irak zur Zielscheibe islamischer Terroristen geworden. Bereits in der Vergangenheit wurden zwei Italiener im Irak entführt und ermordet

Presse: Entführte Italienerinnen sind angeblich am Leben

Unklar ist nach wie vor das Schicksal zweier gekidnappter Italienerinnen im Irak. Römische Zeitungen berichteten, die vor zwei Wochen entführten Frauen seien am Leben und seien von Bagdad in die Region um die Rebellenhochburg Falludscha verschleppt worden. Unklar sei aber, wer die Entführer seien.

Die Zeitung „Corriere della Sera“ berichtete am Mittwoch, Simona Pari und Simona Torretta würden rund um die Uhr von einem Dutzend Männern bewacht. Bei den Entführern soll es sich den Angaben zufolge nicht um die Gruppe des jordanischenTerrosroisten Abu Mussab al Zarqawi handeln. Laut „Corriere della Serra“ konnte der italienische Geheimdienst mit Hilfe von Geheimdienstmitarbeitern aus einem Land im Mittleren Osten einen Informanten gewinnen, der über Informationen zum Schicksal der beiden Frauen verfügt. Dem Bericht zufolge kommt der Informant aus dem Irak.

Auch die italienische Nachrichtenagentur ANSA zitierte dem italienischen Geheimdienst nahestehende Kreise, die „der Überzeugung“ seien, daß die beiden Frauen „am Leben“ seien. Von den am 7. September entführten Mitarbeiterinnen einer Hilfsorganisation gab es bislang keine Lebenszeichen.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa/AFP
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