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Terror und die Folgen USA: Ranghohe Taliban-Führer gefasst/ Schröder: Deutschland beteiligt sich an Schutztruppe

10.12.2001 ·  Seit dem Fall der Stadt Kandahar sind mindestens ein, möglicherweise auch zwei oder drei wichtige Taliban-Führer von afghanischen Anti-Taliban-Kämpfern gefasst worden, berichtete der stellvertretende amerikanische Verteidigungsminister Wolfowitz.

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Nach dem Fall von Kandahar sind nach amerikanischen Angaben mindestens ein, möglicherweise zwei oder drei wichtige Taliban-Führer gefasst worden. Das sagte der stellvertretende Verteidigungsminister Paul Wolfowitz am Montag in Washington. Er nannte keine Namen und ging nicht näher auf die Rolle der Gefassten innerhalb des Taliban-Regimes ein. Sie befänden sich in den Händen der afghanischen Anti-Taliban-Kämpfer. Deutschland wird sich nach den Worten von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) an einer internationalen Friedenstruppe in Afghanistan „in geeigneter Form“ beteiligen. Über die Bedingungen dazu müsse aber intern noch diskutiert werden, sagte Schröder am Montag nach einem Treffen mit US-Außenminister Colin Powell in Berlin. Notwendig für die UN-Schutztruppe ist laut Schröder aber ein „glasklares Mandat“ der Vereinten Nationen.

Die Vereinigten Staaten bestehen nicht darauf, dass Deutschland die geplante UN-Friedenstruppe für Afghanistan anführt. Er sei erfreut, dass die Bundesrepublik bereit sei, einen Beitrag zu leisten, obwohl sie bereits auf dem Balkan mit 8.000 Soldaten engagiert sei, sagte Powell nach dem Gespräch mit Schröder und Außenminister Joschka Fischer (Grüne) in Berlin. Stunden zuvor war Deutschland von amerikanischer Seite noch neben Großbritannien als potenzielle Führungsmacht für die Truppe genannt worden.

Tora Bora angeblich fast eingenommen

Einheimische Truppen haben nach eigenen Angaben den Höhlenkomplex Tora Bora in Ostafghanistan fast ganz eingenommen. Alle Stellungen des Al-Qaida-Netzwerkes mit schweren Waffen seien unter ihrer Kontrolle, sagte Kommandeur Hasrat Ali am Montag. Zuvor hatten die Paschtunen-Truppen bereits wichtige Geländegewinne gemeldet. Die USA setzten bei ihren Angriffen auf Tora Bora nach Angaben des US-Generalstabs die schwerste Bombe in ihrem Arsenal ein. In Tora Bora sollen sich rund 1500 Kämpfer des Netzwerkes von Fundamentalistenführer Osama bin Laden versteckt halten.

Deutscher Diplomat Klaiber wird Afghanistan-Beauftragter

Die erwartete Entscheidung, den deutschen Diplomaten Klaus-Peter Klaiber zum Sonderbeauftragten für Afghanistan zu ernnen, fiel am Montag während des Treffens der EU-Außenminister in Brüssel. Klaiber soll die EU in Afghanistan und gegenüber den Vertretern der afghanischen Bevölkerungsgruppen repräsentieren. Er soll den Aufbau der vereinbarten Übergangsregierung und die Einrichtung demokratischer Institutionen unterstützen. Dabei will die EU vor allem auf die Stärkung der Rechte von Frauen achten, wie aus einem Kommuniqué der Außenminister hervorgeht.

Nordallianz will in Kabul militärische Macht behalten

In Kabul will sich derweil der tadschikische Flügel der Nordallianz, der vor wenigen Wochen Kabul eingenommen hat, offensichtlich weigern, die militärische Macht in der afghanischen Hauptstadt an eine internationale Friedenstruppe abzugeben: Die Nordallianz wolle auch bei der Stationierung einer internationalen Friedenstruppe in der Hauptstadt Kabul militärisch präsent bleiben, sagte ein Sprecher am Montag. Zudem werde es einer UN-geführten Friedenstruppe nicht erlaubt, in den Straßen Streife zu laufen.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Nordallianz in Kabul sagte am Montag, einige Einheiten des Nordallianz-Militärchefs sowie künftigen Ressortleiters General Kasim Fahim würden in Kabul stationiert. Ausländische Soldaten dürften „nur dort patroullieren, wo die neue Regierung“ zusammenkomme, sagte der Sprecher weiter. In dem Abkommen zur Afghanistan-Konferenz auf dem Petersberg bei Bonn waren die Verhandlungspartner übereingekommen, Kabul zu demilitarisieren. Zudem soll die geplante UN-geführte Friedenstruppe in ihrem Stationierungsgebiet demnach die einzige Militärpräsenz bleiben.

Wird Bin Ladin-Video veröffentlicht?

Der Nationale Sicherheitsrat der USA hat am Montag über die mögliche Veröffentlichung eines Videobandes beraten, in dem sich Islamistenführer Usama bin Ladin erfreut über die Anschläge vom 11. September in Washington und New York äußert. Auf dem Video soll Bin Ladin die Schäden in New York größer als erwartet beschreiben und weitere Anschläge ankündigen. US-Präsident George W. Bush wolle einerseits Bin Ladin keinen Raum in den Medien einräumen, andererseits aber die Öffentlichkeit informieren, erklärte Präsidentensprecher Ari Fleischer. Bush denke, dass es wichtig sei, dem Volk die Äußerungen Bin Ladins nicht vorzuenthalten.

Spendenkonten für die Flüchtlingshilfe in Afghanistan:
Malteser Spendenkonto: 120 120 120, Deutsche Bank 24 (BLZ: 370 700 24), Stichwort: „Afghanistan“ - Caritas Spendenkonto: 200 753, Postbank Karlsruhe (BLZ: 660 100 75), Stichwort: „Flüchtlingshilfe Afghanistan“.

Quelle: @see, @ps
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