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Technologiepolitik Berlin bietet Sri Lanka und Indonesien Frühwarnsystem an

08.01.2005 ·  Deutschland hofft auf eine Führungsrolle: Das angeblich schnellste Tsunami-Frühwarnsystem der Welt aus Potsdam will die Bundesregierung jetzt auf den internationalen Krisenkonferenzen vorstellen.

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Die Bundesrepublik will beim Aufbau eines Tsunami-Frühwarnsystems für Südostasien eine führende Rolle einnehmen. Im Auftrag von Forschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) an die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) hat das Potsdamer GeoForschungsZentrum (GFZ) ein Konzept entwickelt, das die Bundesregierung jetzt auf den internationalen Krisenkonferenzen vorstellen will. "Mit unserem Konzept können wir in ein bis drei Jahren ein leistungsfähiges Frühwarnsystem aufbauen", sagte Forschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) dieser Zeitung. Der Aufbau des Frühwarnsystems würde etwa 40 Millionen Euro kosten. Verantwortlich für das System soll die GFZ sein.

"Das ist das weltweit schnellste System"

"Die Stärke unseres Konzepts ist, daß wir auf bestehenden Beobachtungsnetzen aufbauen", sagte die Ministerin. "Wir müssen nicht bei Null anfangen." Das GFZ betreibt in Zusammenarbeit mit Partnerinstituten bereits ein eigenes seismologisches Forschungsnetz, das eng mit den Netzen anderer Länder verbunden ist. In der Region des Indischen Ozeans gibt es allerdings nur wenige Stationen, die im Internet verfügbare Daten produzieren. In einer ersten Stufe sieht das Konzept daher vor, zu den 50 global bereits vorhandenen Stationen des GFZ etwa 30 bis 40 neue Stationen in der Region aufzubauen. In Kooperation mit anderen Geberländern ist später ein Ausbau auf rund 250 Stationen angestrebt.

Bei einem Beben würde in wenigen Minuten automatisch eine Erdbebenmeldung im Internet veröffentlicht. "Gleichzeitig würden von den angeschlossenen regionalen Datenzentren automatisch E-Mails und SMS-Meldungen an alle angeschlossenen Nutzer verschickt" berichtete Bulmahn. "Das müssen nicht nur Verwaltungen und Forschungseinrichtungen sein, auch Hotels oder Privatleute können angeschlossen sein", sagte die Ministerin. "So erreichen wir, daß die Warnungen schnell bei den Menschen ankommen." Die in Potsdam entwickelte Methode zur Echtzeitkommunikation ist inzwischen internationaler Standard und wird auch in den Vereinigten Staaten verwendet. "Das ist das weltweit schnellste System", sagte Bulmahn. Das GFZ habe durch seine Forschungsarbeiten mit eigenen Satelliten zudem beste Voraussetzungen, die für ein Tsunami-Frühwarnsystem notwendige Integration der erd-, see- und weltraumgebundenen Beobachtungstechniken zu koordinieren. "Die Koordination sollte sinnvollerweise in Potsdam stattfinden", sagte Bulmahn.

Die Bundesregierung will ihre Bemühungen um den Aufbau des Frühwarnsystems in einem ersten Schritt auf Indonesien und Sri Lanka konzentrieren. Nach Vorstellungen der Forschungsministerin sollte das Frühwarnsystem nicht auf den Indischen Ozean beschränkt bleiben. Bulmahn will es auch auf den Mittelmeerraum und den Atlantik ausdehnen. "Auch die griechische und die türkische Küste sind ein hochgefährdetes Erdbebengebiet", sagte sie.

Quelle: cag., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.01.2005, Nr. 6 / Seite 1
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