17.02.2010 · Die Festnahme von Mullah Baradar könnte ein Zeichen dafür sein, dass Pakistan sich wirklich dazu durchgerungen hat, den militanten Islamisten endlich Einhalt zu gebieten. Ob es nun zu Verhandlungen mit den Taliban kommt, wird sich zeigen.
Von Klaus-Dieter FrankenbergerDem amerikanischen und dem pakistanischen Geheimdienst ist der dickste Fisch seit drei Jahren ins Netz gegangen. Wegen der Offensive gegen die Taliban in Südafghanistan hätte es keinen besseren Zeitpunkt dafür geben können. Der jetzt in Pakistan aufgegriffene Mullah Baradar ist ein Anführer der afghanischen Taliban, nur Mullah Omar soll ihm übergeordnet sein.
Er wäre also eine exzellente Quelle, die Auskunft geben könnte etwa über Ausmaß und Intensität der Verbindungen, die noch immer zu Elementen im pakistanischen Sicherheitsapparat bestehen. Seine Festnahme könnte auch ein Zeichen dafür sein, dass Pakistan sich wirklich dazu durchgerungen hat, dem Unwesen der afghanischen und pakistanischen militanten Islamisten endlich Einhalt zu gebieten.
Ob die Gefangennahme die Eröffnung in einem größeren Spiel ist, nämlich zu Verhandlungen mit „gemäßigten“ oder mit zum Aufgeben überredeten Taliban, wird sich zeigen. Dass die Taliban die Festnahme erregt leugneten, ist ein Indiz dafür, wie schwer der Verlust wiegt – und wie gravierend die Folgen vielleicht sein werden.
Klaus-Dieter Frankenberger Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.
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