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Syrien-Konflikt Unkontrollierbar

Assad ist nicht ein Diktator von Moskauer Gnaden, sondern Führer einer religiösen Minderheit, der Alawiten, die um ihr Überleben kämpft. Deshalb ist zu befürchten, dass Syrien auch ohne Assad noch lange kein befriedetes Land sein wird.

Die Entwicklung in Syrien ist in den vergangenen Monaten über alle internationalen Friedensinitiativen und -pläne hinweggegangen. In einem Kampf, der immer unbarmherziger geführt wird und der inzwischen alle Anzeichen eines Religionskrieges angenommen hat, gibt es letztlich immer weniger zu vermitteln. Spätestens seit der Diktator Assad die syrischen Städte ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung von seiner Luftwaffe beschießen und bombardieren lässt, ist sein Anspruch verfallen, bei Verhandlungen über die Zukunft des Landes noch irgendeine Rolle zu spielen.

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Unübersichtlich ist das Feld der bewaffneten Opposition, deren Spannweite von säkularen Kräften bis zu Dschihadisten reicht. Inwieweit die unbewaffnete Opposition in Syrien oder diejenige im Exil auf diese Gruppen überhaupt noch Einfluss hat, ist nicht klar. Die Dynamik dieses Konfliktes, auch im Verhältnis zu den Nachbarstaaten, wirkt immer schwerer beherrschbar.

Das ist der Hauptgrund dafür, dass nun auch Washington und Moskau sich intensiver um eine Beendigung des Massakers kümmern. Weder Amerika noch Russland haben ein Interesse daran, dass der gesamte Nahe Osten destabilisiert wird. Für Washington geht es unter anderem um seinen Einfluss in der arabischen Welt; dazu kommt die prekärer werdende Lage Israels in einem immer stärker vom politischen Islam geprägten Umfeld. Für Moskau ist - neben geostrategischen Überlegungen - die größte Sorge, dass die religiöse Dynamik islamistische Strömungen im eigenen Land befeuert oder seine muslimischen Nachbarrepubliken ergreift und in Brand setzt.

Allerdings hätten Amerikaner und Russen, selbst wenn sie sich auf eine Linie einigen könnten, die Kräfte noch lange nicht gezähmt, die in dem syrischen Bürgerkrieg seit mehr als einem Jahr eskaliert sind. Die Ereignisse und Entwicklungen in anderen Ländern der Arabellion zeigen, dass es zuverlässige „Klienten“ äußerer Mächte, die sich von Washington oder Moskau dirigieren ließen, nicht mehr gibt. Die nationalen Revolutionen haben jeweils eine Eigendynamik gewonnen, die von außen schwer zu beeinflussen ist. Assad ist nicht ein Diktator von Moskauer Gnaden, sondern Führer einer religiösen Minderheit, der Alawiten, die um ihr Überleben kämpft. Deshalb ist zu befürchten, dass Syrien auch ohne Assad noch lange kein befriedetes Land sein wird.

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Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 28.12.2012, 15:32 Uhr

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Von Nikolas Busse

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