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Susanne Osthoff Mutter mit Zivilcourage

29.11.2005 ·  Die im Irak entführte Archäologin Susanne Osthoff engagiert sich seit Jahren für Projekte zum Aufbau des Gesundheitswesens im Irak. Für ihren Einsatz in den Kriegsgebieten wurde die Mutter einer Tochter mit einem Preis für Zivilcourage ausgezeichnet.

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Die im Irak entführte Archäologin Susanne Osthoff engagiert sich seit Jahren für Projekte zum Aufbau des Gesundheitswesens im Irak. Seit 1998 ist sie für die Münchner Unternehmensberatung FaktorM tätig. Dei 43 Jahre alte Frau hat einen Studienabschluß in vorderasiatischer Archäologie und Semitistik, heißt es im Mitarbeiterprofil auf der Internetseite des Unternehmens.

Danach hat sie mehrere Studien- und Ausgrabungsreisen in die Türkei, nach Syrien, Tunesien, Jordanien, Algerien, Marokko, Ägypten, in den Irak und den Jemen unternommen und dabei eingehende Landes-, Kultur- und Sprachkenntnisse erworben. Viele Jahre sei sie als Reiseleiterin in Arabien tätig gewesen. „Seit 1991 organisiert und unterstützt sie Hilfsgüterübermittlungen in den Irak“, heißt es auf der FaktorM-Website.

Als Projekt-Koordinatorin im Irak

Seit 1998 arbeitet Susanne Osthoff als Beraterin, Organisatorin und Trainerin für FaktorM im Bereich Interkulturelles Management. Sie betreue ausländische Patienten in Einrichtungen des bayerischen Gesundheitswesens und initiiere, koordiniere und berate Projekte zum Aufbau des Gesundheitswesens im Irak.

Auf der Mitarbeiter-Website mit den Worten zitiert: „Meine Stärken sind die verhandlungssichere Kenntnis der arabischen Sprache, die Vertrautheit mit der arabischen Gesellschaft und Kultur und die langjährige Erfahrung in interkulturellen Hilfs- und Aufbauprojekten.“ Sie war eine der ersten zivilen Personen, die nach dem Beginn des Krieges Hilfsgüter nach Bagdad brachte.

Mit Zivilcourage-Preis ausgezeichnet

Osthoff war für ihren Einsatz in den Kriegsgebieten 2003 von der „Süddeutschen Zeitung“ mit dem SZ-Preis für Zivilcourage ausgezeichnet worden. Nach Angaben der Zeitung ist Osthoff gebürtige Münchnerin, war mit einem jordanischen Araber verheiratet und ist Muslimin. Ihre Tochter soll in Glonn bei Freunden leben. Die Familie habe kein Verständnis für ihre gewagten Aktionen: „Die wollten, daß ich bei Aldi arbeite“, sagte sie im März 2004 der „Süddeutschen Zeitung“.

Ihre Liebe zum Irak rühre von ihrem Studium her. Sie habe bei Barthel Hrouda , dem Nestor für Vorderasiatische Archäologie, an der Ludwig-Maximilians-Universität München studiert. Als Studentin habe Susanne Osthoff mit Hrouda an Grabungen in Isin teilgenommen, einer Stadt aus sumerischer Zeit 200 Kilometer südlich von Bagdad.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AP
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