26.05.2004 · Angriffe auf Zivilisten, sexuelle Gewalt und Vertreibung haben bereits tausenden Menschen in der Bürgerkriegsregion Darfur in Sudan das Leben gekostet. Die UN zeigen sich besorgt.
Der UN-Sicherheitsrat hat sich zutiefst besorgt über die ethnischen Konflikte im Westen Sudans geäußert. In einer am Dienstag abend in New York veröffentlichten Stellungnahme verurteilte der Weltsicherheitsrat Angriffe auf Zivilisten, sexuelle Gewalt, Vertreibung und andere Gewalttaten in der Bürgerkriegsregion Darfur.
Die Verantwortlichen müßten zur Rechenschaft gezogen werden. Der Weltsicherheitsrat forderte die sudanesische Regierung zudem auf, „den Einsatz von Beobachtern in Darfur zu erleichtern und ihre Bewegungsfreiheit zu garantieren“. Menschenrechtsorganisationen werfen Khartum vor, die Angriffe arabischstämmiger Milizen gegen afrikanische Stämme zu unterstützen.
Die verheerende humanitäre Lage und die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen in Darfur hätten bereits Tausenden das Leben gekostet und könnten in den kommenden Wochen Hunderttausende weiterer Opfer fordern, hieß es weiter. Nach dem Waffenstillstandsabkommen vom 8. April sei es Khartums Pflicht, für die „Neutralisierung“ der Janjaweed-Milizen zu sorgen.
Der Rat begrüßte das Angebot der Afrikanischen Union, die Kontrolle des Abkommens zu übernehmen und so genannte Schutzeinheiten aufzustellen. Er lobte die sudanesische Regierung für ihre Zusage, Visa für humanitäre Helfer innerhalb von 48 Stunden auszustellen und auf die bisher nötige Reiseerlaubnis zu verzichten. Allerdings fürchtet der Rat, dass „logistische Hürden die schnelle Reaktion auf eine sich zuspitzende Krise“ nach wie vor verhindern würden.