14.01.2009 · Die nächste Eskalation zwischen Moskau und Kiew ist nicht weit - und die ukrainische Opposition unterfüttert sie mit der frohgemuten Ankündigung, die Regierung stürzen zu wollen. Dass sie diesen Landesverrat nicht scheut, zeigt die Risse in der Demokratie des Landes.
Von Reinhard VeserZwei Wochen hatten sich die Politiker in der Ukraine angesichts der Krise mit gegenseitigen Beschuldigungen zurückgehalten. Aber offenkundig war das nicht Ausdruck einer Grundübereinstimmung in für das Land existentiellen Fragen, sondern Folge der orthodoxen Weihnachtsfeiertage.
Gut ausgeruht, kündigte Oppositionsführer Janukowitsch am Dienstag im Gleichschritt mit der nächsten Eskalation zwischen Moskau und Kiew an, er wolle die Regierung Timoschenko und Präsident Juschtschenko stürzen - und orchestrierte das mit Äußerungen über eine angeblich drohende gewaltsame Konfrontation zwischen Volk und Regierung.
Im Kreml dürfte man sich darüber freuen - und das nicht nur, weil Janukowitsch ein alter Freund Moskaus ist. Dass Janukowitsch in dieser Lage die Regierung derart angreift und nicht den Vorwurf des Landesverrats fürchtet, zeigt, wie fragil die Ukraine ist. Gleichzeitig brechen im sogenannten demokratischen Lager die Risse wieder auf. Schöner könnte Putin für die EU gar nicht illustrieren, welche Folgen demokratische Revolutionen haben können.