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München : Sammelverbot für Müllwerker

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.-Ivan Steiger

Kurz und knapp hat das sozialdemokratische Stadtoberhaupt von München Christian Ude die städtischen Müllmänner wissen lassen, dass sie in diesem Jahr vor Weihnachten nicht mehr an den Türen der Münchner schellen und einen Obolus entgegennehmen dürfen.

          Eine vorvorweihnachtliche Inszenierung, die frei nach Rainer Werner Fassbinder den Titel „Der Müll, die Stadt und das Trinkgeld“ tragen könnte, wird derzeit in München geprobt. Zwar wird es noch einige Zeit dauern, bis auf dem Marienplatz wieder der traditionelle Tannenbaum aufgestellt wird; doch Oberbürgermeister Ude hat dafür gesorgt, dass die Gespräche an den Wirtshaustischen schon ganz auf das Christfest ausgerichtet sind.

          Kurz und knapp hat das sozialdemokratische Stadtoberhaupt die städtischen Müllmänner wissen lassen, dass sie in diesem Jahr vor Weihnachten nicht mehr an den Türen der Münchner schellen und einen Obolus entgegennehmen dürfen.

          Seither wird eifrig darüber debattiert, ob die Männer in ihrer orangefarbenen Arbeitskleidung, die bei jedem Wetter dafür sorgen, dass München nicht zu Neapel wird, Opfer einer übertriebenen Auffassung von Korruptionsbekämpfung geworden sind.

          Bislang galt für sie an Weihnachten eine Ausnahmegenehmigung von dem allgemeinen Verbot für städtische Bedienstete, Zuwendungen anzunehmen. Die Trinkgelder mussten jedoch von den Vorarbeitern in ein „Aufzeichnungsbuch“ eingetragen werden, das dem städtischen Korruptionsbeauftragten vorlegt wurde.

          Für die Müllmänner - politisch korrekter: Müllwerker - kam meist eine erfreuliche Aufstockung ihrer persönlichen Weihnachtskasse heraus. Mehrere hundert Euro erlaubten es, den Gabentisch großzügiger zu gestalten.

          Doch Beschwerden von Bürgern, die den weihnachtlichen Gruß als Zwangseintreibung empfanden, sowie Klagen, dass Trinkgelder mit Sonderleistungen verbunden worden seien, führten zu Udes Ukas, dass die Müllmänner künftig unbeschenkt ins neue Jahr gehen müssen. Zumindest, was pekuniäre Zuwendungen anbelangt: Kleine Sachspenden, die weniger als fünfzehn Euro wert sind, bleiben zulässig.

          Mit einer Lebkuchenpackung darf also der Weihnachtsgruß erwidert werden. Auch erste sommerliche Anzahlungen sind rechtlich unbedenklich. „Mögt's a Eis?“ - diese Frage an hitzegeplagte Müllmänner ist weiterhin erlaubt, sogar ohne dass städtische Korruptionsbekämpfer die Kugeln nachzählen lassen.

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