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Strafverfahren eingeleitet Bischöfin Käßmann betrunken am Steuer erwischt

23.02.2010 ·  Gegen die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, wird wegen Trunkenheit am Steuer ermittelt. Sie war am Wochenende mit mehr als 1,5 Promille am Steuer erwischt worden. Die EKD berät über Konsequenzen.

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Die Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, hat nach ihrer Alkoholfahrt in Hannover sämtliche Termine in den kommenden Tagen abgesagt. Die geplanten öffentlichen Auftritte fänden nicht statt, teilte die EKD am Dienstag mit. Ob das Alkoholvergehen der Bischöfin Konsequenzen in ihrem Amt als höchste Repräsentantin der rund 25 Millionen Protestanten nach sich zieht, werde beraten, erklärte die EKD.

Am Samstagabend war Frau Käßmann mit 1,54 Promille Alkohol im Blut am Steuer erwischt worden. Dies habe die Blutprobe ergeben, die die Bischöfin von Hannover abgeben musste, sagte Staatsanwalt Jürgen Lendeckel am Dienstag in Hannover. Laut eines Polizeisprechers hat die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen Trunkenheit am Steuer eingeleitet. Ab einem Promillewert von 1,1 liegen in Deutschland absolute Fahruntüchtigkeit und eine Straftat vor.

Der 51 Jahre alten Käßmann drohen Führerscheinentzug und eine hohe Geldstrafe. Ob die Bischöfin bei der abermaligen Beantragung des Führerscheins eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung - den sogenannten „Idiotentest“ - absolvieren muss, wird die Führerscheinstelle entscheiden müssen.

Frau Käßmann ist seit Oktober 2009 Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland und damit die erste Frau in diesem Amt. Seit 1999 steht die Theologin als Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover vor.

„Über mich selbst erschrocken“

Einem Bericht der „Bild“-Zeitung zufolge hatten Streifenpolizisten am vergangenen Samstagabend gegen 23 Uhr die Bischöfin in der Innenstadt von Hannover gestoppt, nachdem sie mit ihrem Dienstwagen eine rote Ampel ignoriert hatte. Einer EKD-Sprecherin hatte ursprünglich mitgeteilt, der Atemalkoholtest hätte 1,1 Promille ergeben, die „Bild“-Zeitung schrieb von „etwa 1,3 Promille“. Frau Käßmann musste mit zur Polizeiwache, wo ihr eine Blutprobe entnommen wurde.

Sie zeigte sich schockiert über ihr Verhalten. „Ich bin über mich selbst erschrocken, dass ich einen so schlimmen Fehler gemacht habe. Mir ist bewusst, wie gefährlich und unverantwortlich Alkohol am Steuer ist. Den rechtlichen Konsequenzen werde ich mich selbstverständlich stellen“, sagte die Bischöfin der „Bild“-Zeitung.

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