10.03.2010 · Erika Steinbach muss insgeheim längst froh sein, dass ihr die Teilnahme an der Farce um die Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ erspart bleibt. Denn seit sie nicht mehr wie ein Damoklesschwert über den Gremien der Stiftung schwebt, werden die grundlegenden Interessengegensätze sichtbar.
Von Berthold KohlerEs geht eben nichts über ein ordentliches Feindbild. Solange Erika Steinbach als Damoklesschwert über dem Rat der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ schwebte, schaute kaum einer genau hin, wie es um diese Einrichtung selbst bestellt war.
Seit die Vertriebenenpräsidentin von vereinten deutsch-polnischen Kräften zur Strecke gebracht worden ist, werden jedoch die grundlegenden Interessengegensätze sichtbar, die in den Gremien der Stiftung und schon in ihrer Zweckbeschreibung aufeinanderstoßen.
Während die einen vor allem das Gedenken an die Vertreibung institutionalisieren wollen, steht für die anderen die Versöhnung mit Polen im Vordergrund. Wissenschaft und Politik prallen aufeinander, die Produktivität ist entsprechend gering. Das führte nun schon zum dritten Abgang aus dem wissenschaftlichen Beraterkreis - während der bislang von der Bundesregierung, künftig aber vom Bundestag berufene und einem eigentümlichen Proporz folgende Stiftungsrat weiter anschwillt. Erika Steinbach muss insgeheim längst froh sein, dass ihr die Teilnahme an dieser Farce erspart geblieben ist.