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Steuer-Affäre Hoeneß : Alles hat ein Ende

Nur die Wurst hat zwei: Vor einem Spiel verteil Hoeneß Gratisgrillgut an die Fans Bild: Bongarts/Getty Images

Er ist der wichtigste Mann im deutschen Fußball, gepriesen für seine Erfolge, sein soziales Engagement. Nun gilt Uli Hoeneß in der öffentlichen Diskussion vor allem als Steuerbetrüger. Wie konnte das passieren?

          Auf der Bühne stand Thomas Gottschalk und führte durch den Abend. Unten beim Jubilar saßen der Ministerpräsident und sein Vorgänger, saßen die Vorstandschefs von Dax-Konzernen, die insgesamt mehr als eine Million Menschen beschäftigen. An den Tischen ringsherum fast alles, was im deutschen Fußball Rang und Namen hat. Und mittendrin, strahlend, schwebend geradezu, Uli Hoeneß.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Es war der Abend, an dem Bayern München den runden Geburtstag seines Präsidenten feierte, mit fast 500 Gästen im Münchner Postpalast. Ministerpräsident Horst Seehofer ernannte Hoeneß zum „Ehren-Bayern“. Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern, bezeichnete ihn in seiner Laudatio als „Vater Teresa vom Tegernsee“ und „Nelson Mandela von der Säbener Straße“.

          Der 60. Geburtstag. Ein Mann auf dem Gipfel seiner Bedeutung, seines Ansehens, umringt von mächtigen Freunden. Spätestens an diesem Tag wurde für jedermann sichtbar, dass der wichtigste Mann des deutschen Fußballs längst zu einer großen Figur weit über den Sport hinaus geworden war. Nur 15 Monate später aber ist Hoeneß nun an einem Punkt angekommen, an dem ihm all das vielleicht nicht viel nützen wird: seine Bedeutung, sein Ansehen, nicht mal die mächtigen Freunde.

          Kleinkrieg zwischen Daum und Hoeneß

          All die prominenten Geburtstagsgäste sind nun klug genug, sich öffentlich gar nicht oder nur ausweichend zu dem Steuerverfahren zu äußern, in das Hoeneß sich verstrickt hat. Und dass die persönlich mitfühlendsten Worte ausgerechnet von Christoph Daum kamen, ist eine fast schon traurige Pointe: „Hoeneß tut mir leid. Ich hoffe und wünsche ihm von Herzen, dass er da heil wieder rauskommt.“

          Mit Daum hatte Hoeneß, die personifizierte „Abteilung Attacke“ der Bayern, über viele Jahre einen Kleinkrieg geführt, der in der Kokain-Affäre 2000 gipfelte. Damals beschuldigte Hoeneß den designierten Bundestrainer Daum des Drogenkonsums, was dem Bayern-Manager offene Drohungen bis in die Familie hinein brachte.

          Am Ende rettete Hoeneß eine Haarprobe, die Daum von sich machen ließ, um zu beweisen, dass er kein Kokain nehme. „Was ich da für ein Glück hatte, dass der das machte“, sagte Hoeneß später. „Und dass der Kölner Professor nicht nur Haare vom Kopf haben wollte, sondern auch Schamhaare.“ Die auf dem Kopf waren, weil sie schneller wachsen, sauber, die Schamhaare nicht.

          Bild des ehrbaren Kaufmanns

          „Man muss auch Glück haben“, sagte Hoeneß kurz vor seinem 60. Geburtstag über diese einzige Kontroverse als Manager, bei der er das Gefühl hatte, „ich habe es nicht mehr im Griff“. Und zum ersten Mal „wusste ich nicht weiter. Ich hatte nicht einen Gegner, nicht zwei, nein, die ganze Welt.“ Seit vergangenem Wochenende steht er wieder vor einer Sache, die er womöglich nicht mehr im Griff hat.

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