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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Stein- und Braunkohle Schmuddelkinder

16.08.2010 ·  Kohle gilt in Deutschland mittlerweile als „Klimakiller Nummer eins“. Deshalb wird die Kohleverstromung mit einem Emissionszuschlag belegt. Dabei waren Stein- und Braunkohle 2009 der zweitwichtigste Energielieferant in Deutschland.

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Die Kohle hat im vergangenen Jahrhundert in Deutschland einen einzigartigen Imagewandel durchgemacht: vom Symbol wirtschaftlicher Stärke zum „Klimakiller Nummer eins“. Mit einem Anteil von je elf Prozent am Primärenergieverbrauch waren Stein- und Braunkohle 2009 der zweitwichtigste Energielieferant in Deutschland, knapp gefolgt vom Erdgas. Steinkohle wird vor allem zur Stromerzeugung in Kraftwerken verfeuert. Der Rest wird fast ganz von der Stahlindustrie verbraucht.

Im Wärmemarkt spielt sie eine eher zu vernachlässigende Rolle. In der Stromversorgung ist der Anteil der Steinkohle mit zuletzt 18,3 Prozent zwar fallend, aber gewichtig. Die heimische Förderung soll bis 2018 ganz eingestellt werden. Sie ist von 150 Millionen Tonnen im Jahr 1950 auf zuletzt 14 Millionen Tonnen zurückgegangen, 37 Millionen Tonnen wurden eingeführt.

Das ist oft preisgünstiger, weil Steinkohle in anderen Ländern zu günstigeren Konditionen abgebaut werden kann. Steinkohle kommt in vielen Ländern der Erde vor, ihre Vorkommen reichen noch für Generationen. Wichtigste Lieferländer waren 2009 Russland (25 Prozent) vor Südafrika, Kolumbien, Amerika, Polen und Australien.

Braunkohle wird ausschließlich im Inland gefördert

Anders als Steinkohle wird Braunkohle ausschließlich im Inland gefördert. Der Transport über weite Entfernungen lohnt nicht. Braunkohle wird inzwischen fast ausschließlich in Strom umgewandelt. Knapp ein Viertel des Stromerzeugung stammte 2009 aus Braunkohlekraftwerke, die damit den größten Anteil am deutschen Stromerzeugungsmix halten.

Braunkohle wird vor allem im Rheinland und in der Lausitz abgebaggert. Sie ist der einzige heimische Primärenergieträger, von dem große Mengen vorhanden sind. Allerdings verbraucht der Abbau große Flächen, und durch die Verbrennung werden große Mengen Kohlendioxid freigesetzt, das als ein Motor für die Erderwärmung gilt.

Deshalb wird die Kohleverstromung mit einem Emissionszuschlag belegt. Mittel- bis langfristig hofft die Industrie, das CO2 mit Hilfe neuer Techniken bei der Verbrennung abscheiden und sicher im Untergrund lagern zu können. Umweltschützer verlangen hingegen ein Neubauverbot für Stein- und Braunkohlekraftwerke.

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