03.07.2009 · Mehr als 50 frühere Stasi-Offiziere beschäftigt das LKA Brandenburg. Dass einige von ihnen auch für die Bewachung des Wochenendhauses von Bundeskanzlerin Merkel zuständig sein sollen, bestreitet man in Potsdam.
Von Wulf SchmieseUnter den Bewachern des Wochenendhauses von Bundeskanzlerin Merkel (CDU) in der Uckermark sollen nach Medieninformationen ehemalige Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit sein. Davon habe die Kanzlerin jedoch nichts gewusst, versicherte Regierungssprecher Wilhelm am Freitag. „Die Kanzlerin mischt sich in diese Frage nicht ein“, sagte er.
Nach Informationen der ARD arbeiten etwa 100 ehemalige Offiziere der DDR-Staatssicherheit im Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg. Für das Wochenendgrundstück der Kanzlerin im Schutzbereich Uckermark seien auch zwei ehemalige Stasi-Offiziere verantwortlich gewesen, hieß es.
Mehr als 50 ehemalige Stasi-Offiziere beim LKA
Einer der beiden habe zehn Jahre für die Stasi gearbeitet, zuletzt in der Abteilung III, die auch für das Abhören von Telefonaten aus dem Westen zuständig gewesen sei. Brandenburgs Innenministerium hat allerdings Berichte zurückgewiesen, wonach ehemalige Stasi-Offiziere in der Polizei für die Bewachung des Wochenendhauses der Kanzlerin zuständig gewesen seien.
Die im Fernsehbericht erwähnten Beamten seien beim Schutzbereich Uckermark beschäftigt, sagte ein Ministeriumssprecher. Für den Objektschutz von Frau Merkels Haus sei aber das Polizeipräsidium Frankfurt (Oder) zuständig.
Der Sprecher bestätigte aber, dass ehemalige Stasi-Offiziere für das LKA arbeiteten, es handele sich um 58 Fälle. Darunter seien aber, anders als berichtet, keine Dezernatsleiter. Auch in Sachsen-Anhalt sind offenbar frühere Stasi-Mitarbeiter als Personenschützer eingesetzt, wie das Landesinnenministerium in Magdeburg gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Auch in Mecklenburg-Vorpommern seien etliche ehemalige Stasi-Mitarbeiter in den Polizeidienst übernommen worden.