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Staatsstreich Vexierspiel in Honduras

01.07.2009 ·  Nicht die Abschaffung, sondern die Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung war das Ziel der vermeintlichen Putschisten. Dass es dazu das Militär brauchte, muss niemandem gefallen. Doch die Demokratie in Lateinamerika ist stärker durch Typen wie Zelaya gefährdet als durch Generäle.

Von Daniel Deckers
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Die Krise in und um Honduras trägt mittlerweile alle Züge eines Vexierspiels: Der auf die Beseitigung der verfassungsmäßigen Ordnung seines Landes hinarbeitende Präsident Zelaya kann sich vor den Vereinten Nationen und der Organisation Amerikanischer Staaten unwidersprochen als Demokrat und Opfer jener Bourgeoisie stilisieren, der er selbst entstammt; doch die honduranischen Militärs und Politiker aller Parteien, die Zelaya wohl in Übereinstimmung mit der Verfassung und mit Billigung der Obersten Gerichtsbarkeit des Landes abgesetzt haben, werden von Washington über Havanna bis nach Caracas und Brüssel in seltener Eintracht in Acht und Bann getan.

Genau das unterscheidet diesen Fall von der unseligen jüngeren Vergangenheit in Lateinamerika: Nicht die Abschaffung, sondern die Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung war das Ziel der vermeintlichen Putschisten. Dass es dazu das Militär brauchte, muss niemandem gefallen. Doch die leider oft nur formale Demokratie in Lateinamerika ist derzeit stärker durch Typen wie Zelaya gefährdet als durch Generäle.

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Jahrgang 1960, in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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