14.02.2008 · Die Universität Mannheim will einen „polyvalenten Bachelor-/Masterstudiengang mit Staatsprüfungsoption“ anbieten: Zivilrecht, Wirtschaftswissenschaft, gewürzt mit einer Prise Öffentliches Recht und Methodenlehre.
Von Melanie AmannEine Menge, nur kein „Plädoyer für Bologna“ bekamen die Teilnehmer der gleichnamigen Veranstaltung des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft am Mittwoch in Bonn zu hören. Doch ein neues Modell stand zur Debatte, das im kommenden Wintersemester Wirklichkeit sein könnte: Die Universität Mannheim - deren juristische Fakultät nicht mehr eigenständig ist, sondern mit der volkswirtschaftlichen Fakultät zusammengelegt wurde - will ihren Studenten einen „polyvalenten Bachelor-/Masterstudiengang mit Staatsprüfungsoption“ anbieten.
In sechs Semestern sollen der Stoff für die zivilrechtlichen Examensklausuren sowie wirtschaftswissenschaftliche Kenntnisse erworben werden, gewürzt mit einer Prise Öffentliches Recht und Methodenlehre. Am Ende steht ein Bachelorabschluss, mit dem die Absolventen einen nicht reglementierten juristischen Beruf ergreifen können, in weiteren vier Semestern einen Mastertitel erwerben oder sich auf die Staatsprüfungen im Strafrecht und Öffentlichen Recht vorbereiten können.
Das Modell sorgt nicht nur in den baden-württembergischen Fakultäten für Groll. In Bonn wurde gemunkelt, der Mannheimer „Schnellschuss“ sei auf Druck des Landesjustizministeriums erfolgt, das ein Bologna-Musterbeispiel erzwingen wolle. Offenbar fürchten die anderen Fakultäten, nun ihrerseits öffentlich-rechtliche oder strafrechtliche Pendants einführen zu müssen oder von Bewerbern überflutet zu werden, denen das Mannheimer Modell nicht zusagt.
Melanie Amann Jahrgang 1978, Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Jüngste Beiträge