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FAZ Plus Artikel Fall Kachelmann : Darf Justitia Gefühle zeigen?

Kachelmann mit seinen Anwälten Johann Schwenn (links) und Ann Marie Welker im Verhandlungssaal des Oberlandesgerichts Frankfurt. Bild: dpa

Können Gerichte zu unrecht Angeklagten im Nachhinein ein Stück Gerechtigkeit bringen? Jörg Kachelmann findet das zum Teil schon - auch wenn er zu den Medien eine andere Meinung hat.

          Für Jörg Kachelmann fühlt sich die Rückkehr nach Mannheim „janusköpfig“ an. Hier habe er „furchtbare Jahre“ verbracht, hier habe die Staatsanwaltschaft „brandschwarz gelogen“, berichtet der Wetterexperte auf dem Anwaltstag. 132 Tage saß er in Mannheim in Untersuchungshaft – zu Unrecht, wie sich herausstellte. Aber es waren auch Mannheimer Gerichte, die ihm ein Stück Gerechtigkeit zurückgegeben haben. Das Landgericht sprach ihn vom Vorwurf frei, seine frühere Lebensgefährtin vergewaltigt zu haben. Und der Verwaltungsgerichtshof Mannheim verbot der Staatsanwaltschaft, noch länger zu behaupten, dass am Griff eines blutigen Messers DNA-Spuren Kachelmanns gefunden worden seien. Rehabilitiert wurde er durch das Oberlandesgericht Frankfurt: Das Gericht verurteilte seine frühere Lebensgefährtin zu Schadenersatz und führte im Urteil aus, sie habe ihn „vorsätzlich, wahrheitswidrig der Vergewaltigung bezichtigt“, um ihn ins Gefängnis zu bringen. Kein Fall eignet sich besser, um über die „Fehlerkultur in der Rechtspflege“ zu sprechen – das Thema des diesjährigen Anwaltstags.

          Helene Bubrowski

          Politische Korrespondentin in Berlin.

          „Fehlerkultur bedeutet, Fehler zu erkennen, um sie zu vermeiden“, sagt Rechtsanwalt Johann Schwenn, der Kachelmann verteidigt hat. Eine Fehlerkultur könne dagegen nicht entstehen, wenn das Eingestehen von Fehlern als Schwäche gedeutet werde. Ähnlich, obwohl in ganz anderer Funktion, argumentiert Georg-Friedrich Güntge, Leitender Oberstaatsanwalt in Schleswig: „Man muss Fehler offenlegen, denn nur dadurch gewinnt Recht an Akzeptanz.“ Das sei gerade im Strafrecht besonders wichtig, führt Güntge aus, denn Fehler seien hier besonders gravierend, könnten eine „Erosion“ für denjenigen bedeuten, der darunter zu leiden habe.

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