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Sprengstoff gefunden : Polizei warnt Bevölkerung vor flüchtigem Terrorverdächtigen

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Einer der Verdächtigen wurde in einer Plattenbausiedlung gefasst. Bild: dpa

Nach der Erstürmung einer Wohnung in Chemnitz wegen eines geplanten Anschlags haben Ermittler „hochbrisanten Sprengstoff“ gefunden. Die Polizei hat einen jungen Mann aus Syrien zur Fahndung ausgeschrieben. Der Hauptbahnhof von Chemnitz war teilweise gesperrt. Es gab Festnahmen.

          Bei der Durchsuchung einer Wohnung in Chemnitz wegen eines geplanten Anschlags hat die Polizei mehrere Hundert Gramm „hochbrisanten Sprengstoff“ gefunden. Aus Sicherheitskreisen erfuhr FAZ.NET, dass es einen islamistischen Hintergrund gibt.

          Ein Verdächtiger sei auf der Flucht, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts am Samstag. Die sächsische Polizei schrieb Jaber Albakr zur Fahndung aus. Der junge Mann ist am 10. Januar 1994 in Saasaa nahe Damaskus geboren worden. Der Syrer trägt laut Polizeiangaben derzeit ein dunkles Kapuzensweatshirt mit auffälligem Druck. Bei dem Verdächtigen handelt es sich gegen erste Vermutungen nicht um den Mieter der Wohnung.

          Man müsse davon ausgehen, dass die Person gefährlich sei, „jemand, der einen solchen Anschlag plant, der muss per se als gefährlich angesehen werden“, sagte der Sprecher des LKA in einem Live-Video, das die Polizei Sachsen auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichte. Zudem warnte die Polizei die Bevölkerung: „Die Fahndung nach dem Tatverdächtigen läuft. Derzeit wissen wir aber nicht, wo er sich befindet und was er bei sich trägt. Seid vorsichtig."

          Fahndungsbilder des jungen Syrers, die die sächsische Polizei am Samstag herausgegeben hat. Bilderstrecke

          Der LKA-Sprecher sagte über den flüchtigen Syrer: „Wir wollen ihn so schnell wie möglich finden.“ Noch sei unklar, ob er als Flüchtling nach Deutschland gekommen sei. Beim Verfassungsschutz hätten „Erkenntnisse“ zu ihm vorgelegen.

          Sprengstoff gefährlicher als TNT

          Am Nachmittag wurde der Hauptbahnhof von Chemnitz teilweise gesperrt. Drei Personen wurden vorläufig festgenommen. Ein Spezialroboter untersuchte dort am Samstag auf einem Gleis einen roten Koffer, den zwei dort festgenommene Verdächtige bei sich hatten. Dieser hat sich nach Polizeiangaben mittlerweile als ungefährlich erwiesen. Am Abend wurde der Zugverkehr wieder freigegeben.

          Die Männer stehen im Verdacht, Kontakt zu dem flüchtigen Hauptverdächtigen gehabt zu haben, wie das Landeskriminalamt berichtete. Zwei der Festgenommenen wurden am Hauptbahnhof gefasst, einer in der Plattenbausiedlung, in der die Polizei den Sprengstoff gefunden hatte.

          Beamte hoben am Abend mehrere Löcher an dem Haus in der Plattenbausiedlung aus, in denen der Sprengstoff kontrolliert vernichtet wurde. Dabei handelt es sich laut LKA um ein Gemisch verschiedener Substanzen, weit gefährlicher als das bekannte TNT. „Vergleichsweise geringe Mengen können extremen Schaden anrichten“, sagte ein Sprecher des LKA am Samstagabend. Aus welchen Stoffen das Gemisch konkret bestand, konnte er noch nicht sagen.

          Großeinsatz im Plattenbauviertel

          Am Samstagvormittag hatte die sächsische Polizei in einem Chemnitzer Plattenbauviertel einen Großeinsatz durchgeführt. Am Abend zuvor hatte das Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln den Hinweis gegeben, dass es durch den Verdächtigen zu einer ernsthaften Gefährdung kommen könnte. Ein Gebäude im Chemnitzer Fritz-Heckert-Wohngebiet war daraufhin am Morgen evakuiert worden.

          Bei dem Einsatz der Polizei gab es eine Explosion, die aber durch die „Zugriffsmaßnahmen“ der SEK-Kräfte ausgelöst worden sei, hieß es aus Polizeikreisen gegenüber FAZ.NET und später auf Twitter.

          Der 22-jährige Syrer wird bundesweit gesucht. Auch in Berlin hat die Polizei ihre Kräfte verstärkt. An den Bahnhöfen seien Beamte aus den Hundertschaften im Einsatz, sagte Polizeisprecher Winfried Wenzel am Samstagabend. Auch die Kollegen in den einzelnen Abschnitten seien mit dem Fahndungsbild des Verdächtigten unterwegs. „Wir sind maximal sensibilisiert“, sagte Wenzel. Ein Fokus der Polizei liege auf dem Flughafen Tegel. Auch am zweiten Flughafen der Hauptstadt in Schönefeld wurden die Sicherheitsvorkehrungen erhöht.

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