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Sprache Sprachforscher suchen Begriffe für „Homo-Ehe“

08.04.2002 ·  Nicht nur die Gesellschaft für deutsche Sprache hält den Begriff „Homo-Ehe“ für fragwürdig und sucht nach Alternativen.

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Für die Union hat das, was offiziell „Eingetragene Lebenspartnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare“ heißt, mit einer Ehe herzlich wenig gemein. Und selbst Rot-Grün findet den Begriff „Homo-Ehe“ irreführend, weil es sich dabei um ein neues, eigenes Rechtsinstitut handele, das die Ehe unberührt lasse.

Auch die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden sucht zur Zeit seit dem vergangenen Herbst griffige Ausdrücke für die nach dem „Gesetz zur Beendigung der Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Gemeinschaften“ geschlossene Lebenspartnerschaften, salopp „Homo-Ehen“ genannt.

Helmut Walther, Sprecher der Gesellschaft, hält den Begriff „Homo-Ehe“ aus mehreren Gründen für fragwürdig. Der Begriff sei im alltäglichen Sprachgebrauch immer noch mit negativen Assoziationen behaftet. Zudem sei das Wort „Homo“ männlich besetzt und somit als Dachbegriff für weibliche Partnerschaften ungeeignet. Statt „Homo-Ehe“ favorisiert Walther die neutralen Ausdrücke „Frauenehe“ und „Männerehe“.

„Sich verpartnern“ statt heiraten?

Darüber hinaus sucht die Gesellschaft der deutschen Sprache Begriffe, die die einzelnen Partner in einer gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft neu definieren. Bezeichnet ein homosexueller Mann seinen „eingetragenen Lebenspartner“ als „Ehemann“? Und wie heißt eigentlich „heiraten“ auf schwul und lesbisch? „Sich verlebenspartnern“ oder „sich verpartnern“?

Interessant ist die Namenssuche auch im Hinblick auf das in Karlsruhe anhängige Verfahren gegen die seit August geltenden Regelungen. Denn der grundgesetzlich garantierte, besondere Schutz der Ehe verbietet nach Auffassung der vor dem Verfassungsgericht klagenden Länder Bayern, Sachsen und Thüringen eine zu große Ähnlichkeit in der rechtlichen Behandlung gleichgeschlechtlicher und heterosexueller Gemeinschaften.

Abstandsgebot zur Ehe beachten

Sie fordern deswegen ein so genanntes Abstandsgebot zur Ehe. Nicht zuletzt daher versucht auch die Regierungskoalition sprachliche Gemeinsamkeiten zwischen der neu geschaffenen Partnerschaften und der Ehe zu vermeiden. Und das, obwohl das neue Gesetz das bestehende Eherecht in weiten Teilen abschreibt und in vielen Fällen den Begriff „Ehe“ schlicht durch „Lebenspartnerschaft“ ersetzt.

Kein Wunder, dass alle Parteien derzeit nicht nur gespannt nach Karlsruhe blicken, sondern auch nach Wiesbaden: Denn dort wollen die Sprachforscher das Ergebnis ihrer Namenssuche noch in dieser Woche veröffentlichen.

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