10.03.2010 · Er ist ein Mann der leisen Töne, nicht bloß, wenn es um sein Privatleben als Lebenspartner von Bundesaußenminister Guido Westerwelle geht. Auch seine Geschäfte als erfolgreicher Sportvermarkter betreibt Michael Mronz ohne laute Sprüche.
Von Jörg HahnEr ist ein Mann der leisen Töne, nicht bloß, wenn es um sein Privatleben als Lebenspartner von Bundesaußenminister Guido Westerwelle geht. Auch seine Geschäfte als Sportvermarkter betreibt Michael Mronz ohne laute Sprüche. Mronz, Jahrgang 1967, hat über drei Jahrzehnte Erfahrung in der Branche, verkaufte Bandenwerbung, organisierte Tennisturniere, engagierte sich im Beachvolleyball, im Hockey, im Basketball, in der Leichtathletik. Er wurde immer vielseitiger, expandierte weit über die Grenzen seiner Heimatstadt Köln hinaus.
Bis Dezember 2003 war er dort Gesellschafter und Geschäftsführer der American Sports GmbH, die hinter dem Basketball-Bundesligaklub RheinEnergie Köln steht. Seit Herbst 1997 schon ist er Geschäftsführer der Aachen-Reitturnier GmbH, die für die Vermarktung der größten Reitveranstaltung der Welt, des CHIO in Aachen, zuständig ist. Aus dieser Position heraus wurde Mronz auch Chef des Organisationskomitees der Weltreiterspiele 2006.
Mronz gilt als Fachmann dafür, aus spröden Sportveranstaltungen schillernde wie einträgliche Events zu machen, wobei ihm seine Kontakte in die Politik, in die Wirtschaft, ins Show- und Fernsehgeschäft sowie zu Boulevardmedien helfen. Er bringt Prominente zusammen.
Kritiker werfen ihm vor, sich zu wenig für den Sport und zu viel um das Drumherum zu kümmern. Er ist auch Geschäftspartner von Stefan Raab bei dessen Fernseh-Formaten. 2007 trat Mronz als Vorstandsmitglied und Sprecher des – letztlich früh gescheiterten – deutschen America‘s-Cup- Teams „United Internet Team Germany“ in Erscheinung. Als großen Erfolg konnte er die Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2009 in Berlin verbuchen, Mronz war dort Marketingchef.
Mronz wuchs in vermögenden Verhältnissen auf, die Mutter ist Galeristin, der Vater war Architekt. Sein älterer Bruder Alexander war Tennisprofi – und der erste Freund, den Steffi Graf der Öffentlichkeit präsentierte. Michael Mronz, der sein Betriebwirtschaftsstudium als Diplom-Kaufmann abgeschlossen hat, bezeichnet sich als Freizeit- oder Gelegenheitssportler. Beim Hilfsverein „Ein Herz für Kinder“ ist er seit kurzem Vorstandsmitglied. Über sein Privatleben sagt Michael Mronz in der Regel: „Ich definiere mich über meinen Beruf, nicht mein Privatleben.“ Eine Variante geht so: „Ich schäme oder verstecke mich nicht, aber ich will mich nicht darüber definieren.“