Der irakische Politiker Ahmed Tschalabi hat Amerika nach einem Zeitungsbericht an Iran verraten. Der Verrat habe dazu beigetragen, daß Washington Tschalabi die Unterstützung entzog, berichtete die „New York Times“ am Mittwoch.
Der Politiker habe dem Bagdader Bürochef des iranischen Geheimdienstministeriums vor sechs Wochen offenbart, daß Washington den internen Nachrichten-Code der iranischen Geheimdienstler kenne und so den gesamten Schriftverkehr verfolgen könne. Der amerikanische Geheimdienst wiederum sei hinter Tschalabis Verrat gekommen, weil der Bagdader Bürochef den Inhalt seines Gesprächs mit dem irakischen Politiker in einem Telegramm an seine Zentrale dargelegt habe, berichtete die „NYT“.
Dem von den amerikanischen Agenten mitgelesenen Telegramm zufolge erzählte Tschalabi dem iranischen Geheimdienstler, ein betrunkener Amerikaner habe ihm das Geheimnis des geknackten Codes verraten. Der „NYT“ zufolge hat die amerikanische Bundespolizei FBI Ermittlungen dazu aufgenommen, welcher Beamte Tschalabi von dem Code erzählt habe.
Der Schiit Tschalabi wurde zur Zeit von Saddam Hussein vom amerikanischen Verteidigungsministerium unterstützt, fiel zuletzt aber unter anderem deshalb in Ungnade, weil seine Partei Irakischer Nationalkongress (INC) der amerikanischen Regierung vor dem Irak-Krieg falsche Informationen zugespielt haben soll. Mitte Mai gab das Pentagon bekannt, daß die amerikanischen Zahlungen an den INC eingestellt wurden und nun andere Quellen für Geheimdienstinformationen gesucht würden.