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SPD Schreiner, Schröder, Schwanitz

19.08.2005 ·  Die große Zeit der jungen Sozialdemokraten steht 2005 noch nicht an: Die SPD bestreitet den Wahlkampf mit bekannten und bewährten Kandidaten wie etwa dem Vorsitzenden Müntefering oder Innenminister Schily.

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Die große Zeit der jungen Sozialdemokraten steht 2005 noch nicht an: Die SPD bestreitet den Bundestagswahlkampf mit bekannten und bewährten Kandidaten wie beispielsweise ihrem Vorsitzenden Franz Müntefering oder Bundesinnenminister Otto Schily.

Baden-Württemberg

Die baden-württembergische SPD hat die Staatssekretärin im Gesundheitsministerium Marion Caspers-Merk zur Spitzenkandidatin gewählt. Der Grund ist, daß die Landesvorsitzende Ute Vogt nicht mehr für den Bundestag antritt, weil sie sich künftig auf die Landespolitik konzentrieren will.

Hans Martin Bury, Staatsminister für Europa, will sich aus der Politik zurückziehen. Hermann Scheer, Träger des alternativen Friedensnobelpreises, und Gernot Erler, verantwortlich für Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik, streben dagegen abermals ein Mandat an. Der frühere Arbeitsminister Walter Riester, Ute Kumpf und Jörg Tauss, Sprecher für Bildung, Forschung und Medien, wollen der neuen Bundestagsfraktion ebenfalls wieder angehören.

Bayern

Die Landesliste führt 2005 der Landesvorsitzende Ludwig Stiegler an, gefolgt von Bundesfamilienministerin Renate Schmidt und Bundesinnenminister Otto Schily. Zu den bekannteren Sozialdemokraten, die nicht mehr kandidieren, zählen der bayerische DGB-Vorsitzende Fritz Schösser und Sigrid Skarpelis-Sperk, beide Kritiker der Agenda 2010.

Bei der Bundestagswahl 2002 gelang es nur einem Sozialdemokraten der bayerischen SPD, direkt gewählt zu werden - dem Münchner Axel Berg. In den anderen 43 bayerischen Wahlkreisen setzten sich CSU-Bewerber durch.

Berlin

In Berlin hat sich Wolfgang Thierse durchgesetzt. Der Bundestagspräsident führt die Liste an, auf Platz zwei folgt Petra Merkel, danach SPD-Generalsekretär Klaus Uwe Benneter. Benneter tritt zudem als Direktkandidat an im bürgerlichen West-Berliner Wahlkreis Zehlendorf-Steglitz, den er 2002 überraschend der CDU abnahm. Thierse kandidiert wieder in Pankow.

Brandenburg

Die SPD in Brandenburg geht mit dem früheren Landesbildungsminister Steffen Reiche an der Spitze ins Rennen. Ministerpräsident Platzeck hatte Reiche nach der Landtagswahl 2004 nicht mehr ins Kabinett berufen, er kandidiert zudem direkt im Wahlkreis Cottbus-Spree-Neiße. Stephan Hilsberg, Mitbegründer der Ost-SPD, wurde auf Platz fünf gewählt, der DDR-Bürgerrechtler und letzter Außenminister der DDR Markus Meckel landete auf Platz neun.

Bremen

Listenführer in Bremen ist der 60 Jahre alte Rechtsanwalt und ehemalige Innensenator Volker Kröning, der seit 1994 Mitglied des Bundestags ist. Auf den zweiten Platz wurde Cornelia Wiedemeyer gewählt, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Bremischen Bürgerschaft. Platz drei nimmt der Bundestagsabgeordnete und ehemalige Wirtschaftssenator Uwe Beckmeyer ein.

Hamburg

Für die Hansestadt Hamburg kandidiert ihr früherer Erster Bürgermeister Ortwin Runde auf dem Spitzenplatz. Auf der Liste folgt die frühere Bürgerschaftspräsidentin Dorothee Stapelfeldt, die jedoch bei der Kandidatur für den Wahlkreis Eimsbüttel dem früheren Bundesvorsitzenden der Jungsozialisten Niels Annen unterlag. Auf Listenplatz drei steht der in Altona als Direktkandidat antretende frühere Generalsekretär Olaf Scholz.

Johannes Kahrs, Sprecher des Seeheimer Kreises, der zweimal schon den Wahlkreis Hamburg-Mitte gewann, verzichtete wie immer auf einen Listenplatz. Auch Hans-Ulrich Klose muß seinen Wahlkreis Bergedorf-Harburg nun direkt gewinnen. Klose war von 1974 bis zu seinem Rücktritt 1981 Erster Bürgermeister der Hansestadt, später leitete er die Bundestagsfraktion.

Hessen

In Hessen hat die SPD ihr Spitzenduo vertauscht. An Stelle des Bundesfinanzministers Hans Eichel steht nun Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul auf Platz eins. Auf Platz 13 wurde Bundesjustizministerin Brigitte Zypries abgesichert, die kein Direktmandat übernimmt.

Mecklenburg-Vorpommern

Bei der SPD in Mecklenburg-Vorpommern steht Hans-Joachim Hacker, stellvertretender Fraktionsvorsitzender in Berlin, auf Listenplatz eins. Weitgehend unbekannt ist Ute Boback-Askri, bislang Gleichstellungsbeauftragte in Greifswald; sie folgt auf Platz zwei. Ihre Direktkandidatur forderte das wohl prominenteste Opfer bei der Kandidatenaufstellung: Tilo Braune.

Niedersachsen

In Niedersachsen kandidiert für die SPD auf Platz eins der Landesliste Bundeskanzler Gerhard Schröder. Die folgenden Plätze erhielten Edelgard Bulmahn, Bundesbildungsministerin und ehemalige SPD-Landesvorsitzende, dann Verteidigungsminister Peter Struck.

Für den Bezirk Braunschweig steht der ehemalige Ministerpräsident Sigmar Gabriel auf Platz fünf. Erst auf Platz 30 - damit nicht abgesichert - landete der designierte SPD-Landesvorsitzende Garrelt Duin, derzeit Mitglied des Europaparlaments. Duin will den ostfriesischen Wahlkreis Aurich-Emden gewinnen.

Nordrhein-Westfalen

Die SPD in Nordrhein-Westfalen hat den Bundesvorsitzenden Franz Müntefering zum Spitzenkandidaten gewählt. Auf Platz zwei der Landesliste steht die Parlamentarische Fraktionsgeschäftsführerin, Angelica Schwall-Düren, auf Platz vier Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt.

Barbara Hendricks, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium, bekam Listenplatz fünf, der Fachmann für Arbeitsmarktpolitik der Bundestagsfraktion, Klaus Brandner, Platz neun. Auch der frühere Verkehrsminister Kurt Bodewig will wieder antreten. Er konnte seinen Wahlkreis 2002 direkt gewinnen. Jochen Poß, Rolf Stöckel und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach haben schlechte Plätze, hoffen aber auf ein Direktmandat.

Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz wurde der Parlamentarische Staatssekretär im Innenministerium Fritz Rudolf Körper zum Spitzenkandidaten gewählt. Seine Bundestagskollegen Doris Barnett und Klaus Hagemann nehmen die Plätze zwei und drei ein. Auf Platz vier rangiert die Sprecherin der SPD-Linken Andrea Nahles, die den Sprung in den Bundestag 2002 knapp verpaßt hatte.

Saarland

Im Saarland wurde der langjährige Bundestagsabgeordnete und scharfe Kritiker der Schröderschen Reformpolitik Ottmar Schreiner mit 96,7 Prozent zum Spitzenkandidaten gewählt. Hinter Schreiner plazierte der traditionell linke Landesverband, der 2002 alle vier Direktmandate für sich verbuchen konnte, wieder Elke Ferner. Der dritte Platz ging an Rainer Tabillion.

Sachsen

Auf Platz eins der sächsischen Landesliste tritt wie 2002 der Minister im Bundeskanzleramt Rolf Schwanitz an. Von 1998 bis 2002 war er Beauftragter der Bundesregierung für die Angelegenheiten der neuen Länder. Auf Platz zwei konnte sich die Dresdner Bundestagsabgeordnete Marlies Volkmer durchsetzen. Für den dritten Platz hatte der Parteivorstand den Leipziger Bundestagsabgeordneten Gunter Weißgerber eingeplant, der aber erfolgreich vom Zwickauer Andreas Weigel herausgefordert wurde.

Nicht mehr antreten will die Chemnitzer Abgeordnete Jelena Hoffmann, die beim Bundesverfassungsgericht gegen Auflösung und Neuwahl des Bundestags klagt.

Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt wird die Landesliste angeführt von Christel Riemann-Hanewinckel aus Halle. Sie ist Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium. Auf Platz zwei folgt der stellvertretende Landesvorsitzende und Sprecher des Seeheimer Kreises Klaas Hübner, der auch direkt im Kreis Bernburg-Bitterfeld antritt.

Schleswig-Holstein

Bei der SPD in Schleswig-Holstein steht Ernst-Dieter Rossmann, Vorstandsmitglied der Bundestagsfraktion, auf Listenplatz eins. Auf die folgenden Plätze wurden die Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn vor dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung, Franz Thönnes, gewählt.

Thüringen

In Thüringen nimmt die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium Iris Gleicke Platz eins der Liste ein. Auf Platz zwei steht mit Landesgruppenchef Carsten Schneider nach Ansicht seiner Landespartei wohl der „profilierteste“ Bundespolitiker der Thüringer SPD.

Auf dem dritten Platz folgt Petra Heß, die 1996 Geschichte schrieb, als sie auf dem Mannheimer Parteitag Oskar Lafontaine zur Kandidatur für den Parteivorsitz und damit zum Sturz Rudolf Scharpings aufrief.

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