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Mittwoch, 19. Juni 2013
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SPD Sandkastenspiele

 ·  Gabriel füllt in der Babypause das Sommerloch im Alleingang. Doch in der Kandidaten-Frage will die SPD nicht aus der Deckung kommen. Zuversicht sieht anders aus.

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Über den Vorwurf, Männer brächten Beruf und Familie nicht unter einen Hut, kann man(n) – Sigmar Gabriel sei dank – nur lächeln. Soll noch einmal eine genervte Mutter behaupten, immer nur am Sandkasten zu sitzen und Windeln zu wechseln führe zur Verblödung! Seit der Vorsitzende der SPD ganztags für sein kleines Kind sorgt, füllt er mit einem Strom von Vorschlägen, Forderungen und Initiativen das Sommerloch im Alleingang. Endlich einmal Zeit für das Wesentliche? Ganz bestimmt, wenn man darunter die Kanzlerkandidatur versteht.

Von den drei Männern der SPD, auf die das schwere Los fallen könnte (es gibt da auch noch eine Frau), steht den Umfragen nach ausgerechnet der Parteivorsitzende am schlechtesten da. Außer ihm selbst weiß niemand, ob er gegen die Kanzlerin antreten will. In jedem Fall aber ist es Sache des Vorsitzenden, der Partei vorzuschlagen, wer Kandidat wird. Auch das will Gabriel verständlicherweise nicht aus einer schwachen Position heraus tun. Schließlich könnte es ja so weit kommen, dass der Kandidat tatsächlich Kanzler wird.

Für und gegen Eurobonds

Dazu müsste der Herausforderer freilich die amtierende Regierungschefin aus dem Amt vertreiben, was nicht so einfach sein dürfte. Nach Lage der Dinge wird das beherrschende Thema des Bundestagswahlkampfs die europäische Schuldenkrise sein – alles andere, das dazu taugen könnte, die CDU anzugreifen (Mindestlohn, „Homo-Ehe“ et cetera), räumt die Partei der Kanzlerin höchst vorsorglich ab. Als Managerin der europäischen Krise aber genießt Frau Merkel (in Deutschland) höchstes Ansehen. Wer sie schlagen will, muss den Deutschen das Gefühl geben, er vertrete ihre Interessen nicht schlechter als die Kanzlerin.

Wie das der SPD mit dem Vorschlag gelingen soll, die Schulden Europas zu vergemeinschaften, gehört zu den Rätseln dieser Sommer(baby)pause. Doch schließlich schaffte es die Partei ja auch schon, für und gegen Eurobonds zu sein. Angesichts dieses Durcheinanders mehren sich die Stimmen in der SPD, die fordern, es müsse jetzt wenigstens Klarheit in der K-Frage geben. Doch fürchten offenbar alle drei Kandidatenkandidaten, in einem langen Wahlkampf politisch zu verschleißen. Zudem will keiner von ihnen auf die Ochsentour gehen, wenn die Aussichten auf den Sieg gering sind; auch deswegen wollen alle den Ausgang der Niedersachsenwahl abwarten. Zeichen von Zuversicht und dem unbedingten Willen, die politische Wende herbeizuführen, sehen anders aus.

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Jahrgang 1961, Herausgeber.

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