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SPD Nahles sucht Machtprobe mit Müntefering

 ·  Andrea Nahles scheint entschlossen, gegen den Willen und den Kandidaten des SPD-Vorsitzenden für das Amt des SPD-Generalsekretärs zu kandidieren.

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Die SPD-Linke Andrea Nahles sucht anscheinend die direkte Machtprobe mit Parteichef Franz Müntefering. Nach Medienberichten will die 35jährige gegen dessen erklärten Willen als neue Generalsekretärin antreten.

Nahles wolle am nächsten Montag im SPD-Vorstand ihre Kandidatur bekannt geben, berichtete der Berliner „Tagesspiegel“ (Donnerstag) unter Berufung auf „das Umfeld“ der SPD-Politikerin. Danach sei sie „fest entschlossen“, gegen den von Müntefering vorgeschlagenen Bundesgeschäftsführer Kajo Wasserhövel anzutreten. Bei einem Treffen von Nahles mit dem Parteichef am Dienstag sei keine Einigung erzielt worden. Der neue Generalsekretär wird auf dem Parteitag Mitte November in Karlsruhe gewählt.

„Sie spaltet und polarisiert“

In Teilen der SPD stieß diese Entwicklung auf Unverständnis und Empörung. „Es ist das gute Recht eines Parteichefs, einen Kandidaten für dieses Amt vorzuschlagen“, sagte der Vorsitzende des mitgliederstärksten SPD-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen, Jochen Dieckmann. „Ich kann mir nicht vorstellen, daß es einen Generalsekretär gibt, der nicht das Vertrauen des Parteivorsitzenden genießt“, fügte Dieckmann hinzu.

Die SPD-Rechte griff Nahles scharf an. Sie komme für den Posten „nicht in Frage“, sagte der Sprecher des „Seeheimer Kreises“, Johannes Kahrs. Ein Generalsekretär müsse die Partei zusammenhalten und integrieren. Nahles mache aber genau das Gegenteil: „Sie spaltet und polarisiert.“

„Umdenken“ Münteferings?

Eine Kampfkandidatur auf dem SPD-Parteitag würde nach Überzeugung von Kahrs auch Müntefering beschädigen. Der SPD-Politiker sprach sich auch dagegen aus, Nahles mit einem Führungsposten in der Bundestagsfraktion abzufinden. Dies würde nur wie „Postengeschacher“ aussehen, sagte Kahrs. Der SPD-Abgeordnete Heil sagte dagegen, die SPD-Gruppe „Netzwerk“ würde Frau Nahles wählen.

Der bayerische Landesvorsitzende Stiegler äußerte, niemand solle gegen den Vorschlag des Parteivorsitzenden kandidieren. Der bayerische Fraktionsvorsitzende Maget schloß ein „Umdenken“ Münteferings nicht aus. Das wiederum schlossen Sprecher Münteferings aus.

Der Parteivorstand, der am Montag tagt, müßte nach der Satzung keine eindeutige Empfehlung abgeben. Er könnte den Brauch wiederholen, eine Liste mit mehreren Kandidaten für den Parteitag vorzulegen.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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