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SPD : Im Zirkus Pinot Grigio

Andrea Nahles hat die SPD-Wahlkampfführung an sich gezogen. Das rückt Sigmar Gabriel ins Zentrum. Das war’s dann mit der Beinfreiheit für Peer Steinbrück.

          Hätte Peer Steinbrück das gewusst, er wäre wohl lieber als Clown im Zirkus Pinot Grigio aufgetreten als Kanzlerkandidat der SPD zu werden. Andrea Nahles, die jetzt die Wahlkampfführung im Willy-Brandt-Haus an sich gezogen hat, war für ihn bis vor kurzem noch so etwas wie der Prototyp des trüben Funktionärs. Die Liebe beruhte auf Gegenseitigkeit. Frau Nahles hätte sich wohl gerne einen anderen Kanzlerkandidaten gewünscht. Und dass sie schon viel früher die Zügel in die Hand bekommen hätte - anstatt ständig nur die Scherben zusammenkehren zu müssen, die Steinbrücks Auftritte hinterlassen haben.

          Jetzt müssen die beiden, die zu Troika-Zeiten noch wie Hund und Katze waren, so tun, als sei der Nahles-Coup eine klug ausgetüftelte Eskalationsstufe im Angriff auf eine sturmreife Regierung. In Wahrheit ist es eine mühsam kaschierte Bruchlandung, aus deren Trümmern die SPD-Führung irgendwie einen Wahlkampf zimmern muss, der wieder vom Boden abhebt und sich steuern lässt.

          Mit Generalsekretärin Nahles ein Stück mehr in der Verantwortung rückt auch Sigmar Gabriel weiter ins Zentrum der Wahlkampfführung. Steinbrück wird dabei immer mehr in die Rolle des Hofschauspielers gedrängt, dessen „Peer Schnauze“ ganz schön und gut ist, der aber endlich lernen soll, für eine Partei angetreten zu sein und nicht für sich selbst. Das war es dann mit der Beinfreiheit.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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          Quelle: F.A.Z.

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