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SPD Im freien Fall

 ·  Das kann nicht ohne Reaktionen bleiben: Die Umfragewerte, die der SPD in diesen Tagen vorausgesagt werden, sind katastrophal schlecht. In den Untergliederungen der Partei wächst die Verzweiflung, in der Führung wird das Hauen und Stechen heftiger.

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Politiker tun - im Prinzip - gut daran, nicht ständig auf ständig neue Umfragen zu reagieren. Doch was der SPD in diesen Tagen vorausgesagt wird, wird nicht ohne Reaktionen bleiben und bleiben können - nicht einmal dann, wenn die Zahlen vom Forsa-Institut kommen, dessen Chef Manfred Güllner der Lieblingsfeind der SPD und insbesondere Kurt Becks ist.

Bei 20 Prozent liege die SPD in der Sonntagsfrage, gerade noch fünf Punkte vor der Linkspartei, hatte Forsa gemessen. Und bei männlichen Wahlberechtigten lägen SPD und Linkspartei gleichauf - bei jeweils 17 Prozent. Die Nominierung Gesine Schwans zur Kandidatin der SPD für das Amt des Bundespräsidenten hat den Fall der SPD nicht beenden oder auch nur verlangsamen können.

Verzweiflung an der Basis

Frecherweise lobt Oskar Lafontaine jetzt auch noch Horst Köhler und kritisiert Gesine Schwan. Er sagt den weiteren Niedergang der SPD voraus. Die SPD aber, berichten Leute aus den Untergliederungen ihrer Partei, sei verzweifelt. Im Willy-Brandt-Haus, ihrer Zentrale in Berlin, gibt es ein Hauen und Stechen.

Die Bundestagsabgeordneten zweifeln an Becks Fähigkeiten. Der wiederum nährt die Vermutung, er zweifele an der Loyalität der „Führungscrew“. Es herrscht eine Situation des „keiner weiß mehr“.

Zeit für einen Führungswechsel?

Was sollte denn auch getan werden? Ein Rücktritt Becks? Von seinen drei Stellvertretern Steinbrück, Steinmeier und Andrea Nahles kommt aus unterschiedlichen Gründen keiner als Nachfolger in Betracht. Steinbrück ist der Partei zu rechts, Frau Nahles zu links, und ein Außenminister ist zu oft im Ausland, als dass er eine Partei führen könnte. Ein Comeback Gerhard Schröders? Franz Müntefering als Nothelfer?

Das nahe Wahlkampfjahr 2009 scheint einen Führungswechsel jetzt zu verbieten. Doch der Druck im Kessel wird immer höher. Sollte die Bayern-Wahl für die SPD zur Katastrophe werden, wird es eine Explosion geben, die die jetzigen Steuerleute hinwegfegt.

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Jahrgang 1952, Leiter der politischen Redaktion in Berlin.

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