28.03.2009 · Der Streit in der Union spielt der SPD vorübergehend das Argument in die Hand, sie sei von weniger inneren Konflikten zerrissen; natürlich nutzen es Müntefering und Steinmeier. In Wirklichkeit gleicht die Sozialdemokratie einem wie vom Blitz bis ins Wurzelwerk gespaltenen Baum.
Von Volker ZastrowDer Streit in der Union spielt der SPD vorübergehend das Argument in die Hand, sie sei von weniger inneren Konflikten zerrissen; natürlich nutzen Franz Müntefering und Frank-Walter Steinmeier es. In Wirklichkeit gleicht die Sozialdemokratie einem wie vom Blitz bis ins Wurzelwerk gespaltenen Baum.
Das liegt, wie Müntefering sagt, gar nicht an der aktuellen Regierung, sondern ihrer Vorgängerin, die unabweisbare Arbeitsmarktreformen wagte. Damit hat sich die SPD bis heute nicht versöhnt; kaum jemand weiß es besser als ihr Kanzlerkandidat. Hinter den Kulissen, bei der Aufstellung der Listen für den Bundestag, tobten teilweise erbitterte Kämpfe. Die Pragmatiker werden hinausgedrängt. Den wahren Zustand der SPD sieht man an den Ausschlussverfahren gegen Wolfgang Clement und die hessischen Dissidenten.
Volker Zastrow Jahrgang 1958, verantwortlicher Redakteur für Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Jüngste Beiträge