11.08.2008 · Das Statistische Bundesamt hat für das vergangene Jahr einen Anstieg der Sozialhilfekosten um 3,9 Prozent festgestellt. Die etwas über der Inflationsrate liegende Globalzahl spiegelt die Dramatik der Entwicklung jedoch nur unzulänglich wider.
Von Stefan DietrichSozialhilfe bekommen seit dem rot-grünen Großumbau der Arbeitsmarktpolitik nur noch Personen, die dem Arbeitsmarkt auf Dauer nicht mehr oder nur noch sehr eingeschränkt zur Verfügung stehen: Behinderte, Pflegebedürftige und alte Menschen mit sehr kleiner Rente. Alle erwerbsfähigen Langzeitarbeitslosen erhalten die Regelsätze nach dem Arbeitslosengeld II. Während der Anstieg der Beschäftigungsquote die Bundesagentur für Arbeit so weit entlastete, dass sie inzwischen einen milliardenschweren Überschuss ausweist, schlagen die höheren Preise für Lebensmittel und Energie voll auf die Sozialhilfe durch.
Das Statistische Bundesamt hat für das vergangene Jahr einen Anstieg um 3,9 Prozent festgestellt, wobei die etwas über der Inflationsrate liegende Globalzahl die Dramatik der Entwicklung nur unzulänglich widerspiegelt. Bei der Grundsicherung im Alter, die es seit 2003 gibt, beträgt die Zuwachsrate schon 12,9 Prozent, die Hilfe zum Lebensunterhalt ist um 9,4 Prozent gestiegen. Hier entstehen Mehrkosten aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen. Das gibt einen Begriff davon, wie es Familien geht, die keinen Anspruch auf diese Leistungen haben, aber genauso mit der Teuerung zu kämpfen haben. Das Kindergeld ist seit Jahren nicht angepasst worden. Und die für das kommende Jahr in Aussicht genommene Aufstockung um zehn Euro wird auch nicht annähernd kompensieren, was die Familien an Kaufkraft verloren haben.