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Sitz im Sicherheitsrat Rückschlag für deutsche UN-Pläne

18.07.2005 ·  Deutschland und die drei anderen Staaten der G-4-Gruppe haben sich mit der Afrikanischen Union nicht auf einen Vorschlag zur Reform des UN-Sicherheitsrats einigen können. Ohne deren Zustimmung gilt der Erweiterungsplan der G-4 als chancenlos.

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Deutschland und die drei anderen Staaten der G-4-Gruppe haben sich am Sonntag nicht mit der Afrikanischen Union (AU) auf einen Vorschlag zur Reform des UN-Sicherheitsrats einigen können. Ohne die Zustimmung der 53 AU-Mitglieder gilt der Erweiterungsplan der G-4 als chancenlos.

Es werde möglicherweise ein weiteres Treffen am 25. Juli in Genf geben, teilten Bundesaußenminister Joschka Fischer und seine Kollegen aus Japan, Brasilien und Indien nach dem Treffen mit AU-Vertretern in New York mit. In der Zwischenzeit würden die jeweiligen UN-Botschafter die Verhandlungen fortführen. Die AU hat einen eigenen Vorschlag zur Reform des wichtigsten Gremiums der Vereinten Nationen (UN) vorgelegt.

Fischer: Kein Kompromiß beim Veto

In der UN-Generalversammlung wird seit vergangener Woche über den von Deutschland, Brasilien, Indien und Japan (die G-4) eingebrachten Resolutionsentwurf debattiert. Die G-4 streben die Erweiterung des Sicherheitsrats um zehn auf 25 Sitze an. Darunter wären sechs zusätzliche ständige Sitze, von denen zwei an afrikanische Länder gehen sollen. Auf ein Vetorecht soll zunächst verzichtet werden. In dem AU-Entwurf wird einer Erweiterung des Sicherheitsrates auf 26 Länder gefordert. Die AU strebt zwar ebenfalls an, sechs neue ständige Mitglieder zu bestellen. Diese sollen jedoch über ein uneingeschränktes Vetorecht verfügen.

In der Veto-Frage könne es keinen Kompromiß geben, sagte Fischer nach dem Treffen mit der AU-Delegation. Die G-4-Staaten hoffen durch den vorläufigen Verzicht auf die Ausübung des Veto-Rechts für ihren Plan die Zustimmung der derzeit fünf ständigen Sicherheitsratsmitglieder zu bekommen. Bislang haben aber die Vereinigten Staaten und China eine Ablehnung aller vorliegenden Erweiterungspläne signalisiert. Rußland machte klar, daß es nicht mit dem G-4-Vorschlag übereinstimme.

Zehn Jahre Reformstreit

„Wir können nicht beide gewinnen“, sagte Indiens Außenminister Natwar Singh zu den zwei konkurrierenden Entwürfen. „Allein kann keine Gruppe zwei Drittel (der Stimmen in der Vollversammlung) bekommen. Wir müssen daher einen Weg finden, damit unsere Differenzen nicht nur kleiner werden, sondern ganz verschwinden.“ Brasiliens Außenminister Celso Amorim betonte: „Unsere Differenzen sind viel kleiner als das, was sich ähnelt.“ Der Präsident der Vollversammlung, Jean Ping, sagte, über den Termin für eine Abstimmung werde am 22. Juli beraten.

Über eine Reform des Sicherheitsrates wird seit mehr als zehn Jahren gestritten. Um überhaupt auf den Weg gebracht werden zu können, bräuchte sie eine Zwei-Drittel-Mehrheit unter den 191 Staaten der Vollversammlung. Am Ende des Prozesses stünde dann eine Änderung der UN-Charta. Diese könnte jedoch von den gegenwärtigen ständigen Mitgliedern des Rates per Veto verhindert werden.

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