30.01.2002 · Frankreichs Premier Jospin will einen UN-Sicherheitsrat, der sich mit wirtschaftlichen und sozialen Fragen der Globalisierung befasst.
Die Globalisierung soll nach den Vorstellungen des französischen Premierministers Lionel Jospin durch einen UN-Sicherheitsrat für Wirtschafts- und Sozialfragen überwacht werden.
Es müsse eine UN-Instanz geben, die als Schiedsrichter in den strittigen internationalen Wettbewerbsfragen auftreten könne, sagte der sozialistische Regierungschef am Mittwoch vor Wirtschaftsexperten in Paris. „Wir können nicht hinnehmen, dass die G-7-Staaten diese Rolle übernehmen“, sagte Jospin. Die sieben reichsten Industrienationen hätten dafür keine Legitimation.
Wege aus der Schuldenfalle
Einen Tag vor dem Weltsozialforum im brasilianischen Porto Alegre griff der Premierminister mit seiner Initiative eine Idee des früheren französischen EU-Kommissionspräsidenten Jacques Delors auf. Jospin sprach sich zudem für neue Mechanismen aus, um die Entwicklungs- und Schwellenländer aus der Schuldenfalle zu befreien. Auch müssten sie leichteren Zugang zu Finanzhilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF) erhalten.
An dem Treffen der Globalisierungskritiker in Porto Alegre nehmen zahlreiche französische Politiker teil, um sich im Vorfeld der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Frankreich zu positionieren.